Lage der Liga
Das erste Viertel der DEL2-Saison 2016/2017 ist Geschichte. Auch wenn sich die obere Tabellenhälfte ein wenig absetzten konnte, geht es dennoch absolut eng in der DEL2 zu. Nach dem 15. Spieltag blickt del-2.org auf die Tabelle:
Das Maß aller Dinge in der DEL2 sind die Bietigheim Steelers: Mit zwölf Siegen in der regulären Spielzeit und zwei Niederlagen, eine davon in der Verlängerung, ist Bietigheim der souveräne Tabellenführer. Die 65 erzielten Tore bilden den Liga-Spitzenwert, zudem hat das Team um Kapitän Adam Borzecki die wenigsten Gegentreffer kassiert. In den Reihen der Steelers spielt auch DEL2-Topscorer Matt McKnight. Das erklärte Ziel von Trainer Kevin Gaudet zu Beginn der Saison war es, mit einer ordentlichen Anzahl an gesunden Spielern nach der Hauptrunde zu den besten sechs Teams der Liga zu gehören. Die Verletzungssorgen in Bietigheim-Bissingen reißen jedoch nicht ab – dennoch sind die Grün-Weißen unangefochten an der Tabellenspitze, mit einem Spiel weniger.
Auf die gleiche Spielanzahl kann auch der erste Verfolger verweisen. Dies ist kein Geringer als der amtierende Meister Kassel Huskies. Fünf Punkte beträgt aktuell der Rückstand auf den ersten Platz. Trainer Rico Rossi musste nach reichlich Abgängen viele neue Spieler in die Mannschaft integrieren. Dass dieser Umstand ein wenig Zeit erfordert, zeigte der Saisonstart der Hessen. Doch bereits nach dem vierten Spieltag starteten die Schlittenhunde eine Aufholjagd und gewannen fünf Partien in Folge. Gegen den SC Riessersee musste sich das Team um Kapitän Manuel Klinge geschlagen geben. Doch danach folgte eine weitere Siegesserie – mit bis jetzt fünf gewonnenen Matches.
Im Sommer wurde bei den Löwen Frankfurt an zahlreichen Stellschrauben gedreht. Mit Paul Gardner kam ein erfahrener Cheftrainer in die hessische Metropole. Besonders mit den Faktoren Teamgeist und Zusammenhalt sollte die neue Saison positiv gestaltet werden. Mit Erfolg: In den bisherigen Spielen fand das Team, meist auch aus schwieriger Position heraus, noch einen Weg zurück ins Spiel und konnte mit Cleverness und Kampfgeist die Partien oftmals doch noch für sich entscheiden. Aber auch die Löwen plagen sich mit Verletzungssorgen – dennoch rangieren die Frankfurter aktuell auf den dritten Tabellenplatz. Vor allem die jungen Spieler entwickeln sich in der Mainmetropole hervorragend und sorgten für Aufsehen.
Der SC Riessersee steht mit acht Siegen in der DEL2 auf einem hervorragenden vierten Tabellenplatz. Im Sommer wurde die Mannschaft verjüngt und gezielt verstärkt. Wie schon in der vergangenen Saison geht jedoch das Verletzungsgespenst in Garmisch-Partenkirchen um. Die Mannschaft von Trainer Tim Regan zeichnet sich vor allem durch Kampfgeist aus. Die Spieler gehen an ihre Grenzen, um die Partien für sich entscheiden zu können. Mit drei Siegen in Folge verabschiedeten sich die Werdenfelser in die Pause.
Auch wenn die Dresdner Eislöwen auf einem respektablen fünften Platz stehen, sind die Dresdner dennoch unter ihren Erwartungen gestartet. Kurzzeitig rangierten die Elbestädter sogar auf dem letzten Tabellenplatz – eine ungewohnte Situation für die Sachsen. Doch die Mannschaft von Trainer Bill Stewart hat sich kontinuierlich nach vorn gearbeitet. Jedoch blieben bis jetzt Erfolge über Bietigheim, Kassel und Frankfurt aus. Cheftrainer Stewart: „Wir haben eine gute Mannschaft zusammen, dennoch gehören wir nicht zu den Top-Vier-Kandidaten. Aber diesen Anspruch habe ich an meine Mannschaft.“
„Dieses Team kann uns in dieser Saison viel Freude bereiten“: Dies ließ Lausitzer Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach vor der Saison vermelden. Das recht junge Team aus der Lausitz überzeugte vor allem durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, wo jeder für jeden kämpft. Auch wenn die Mannschaft von Trainer Hannu Järvenpää mit einer derben 0:7-Niederlage gegen Kaufbeuren in die Pause ging, stehen die Weißwasseraner auf einem guten sechsten Tabellenplatz.
Das Ziel von Bad Nauheims Trainer Petri Kujala vor der Saison war es, mindestens einen Pre-Playoff-Platz zu erreichen. Derweil rangieren die Kurstädter auf den siebten Tabellenplatz – und somit im vorgegebenen Soll. Wie schon in der vergangenen Saison ist auch in dieser Spielzeit der finnische Goalie Mikko Rämö eine wichtige Stütze bei den Hessen.
Es war kein Saisonstart nach Maß für die Ravensburg Towerstars. Die Schwaben hatten im Sommer einen Umbruch zu verzeichnen. Mit ambitionierten Zielen ging es in die neue Saison. Doch die Ravensburger hatten zu kämpfen und verloren acht ihrer 15 absolvierten Spiele. Die Towerstars fanden sich im Tabellenkeller wieder. Infolgedessen entschied sich die Clubführung für einen Trainerwechsel. Für Daniel Naud kam Toni Krinner nach Baden-Württemberg. Drei Spiele fanden schon unter der Leitung von Coach Krinner statt. Mit beachtlichem Erfolg: Zwei Siege aus drei Partien katapultierten die Towerstars auf den achten Tabellenplatz. Vor allem die verbliebenen Kontigentspieler konnten in den letzten Spielen ihr Können unter Beweis stellen. Die Mannschaft überzeugte in den vergangenen zwei Spiele mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem starken Kampfgeist.
Mit 14 absolvierten Spielen rangiert der EHC Freiburg derweil auf dem neunten Tabellenplatz. Doch für Trainer Leos Sulak wäre mehr drin gewesen: „Wir haben ein paar Punkte verschenkt und manche Spiele aus der Hand gegeben. Dennoch gibt es keinen einzigen Spieler, der nicht alles gibt. Jeder kämpft und springt für den Anderen ein.“ Mit mehr Kontinuität und einer effektiveren Chancenverwertung soll es nach der Pause weitergehen.
Der EHC Bayreuth schlägt sich beachtlich in seiner ersten DEL2-Saison. Mit 18 Punkten steht die Mannschaft von Sergej Waßmiller auf dem zehnten Platz der Tabelle. Fünf Siege gelangen dem Aufsteiger bisher. Oft brachten die Nordbayern mit ihrer kämpferischen Mannschaftleistung den Gegner an den Rand einer Niederlage. „Ein Eishockeyspiel dauert 60 Minuten. Wir müssen lernen, dass wir über die gesamte Spielzeit eine konzentrierte Leistung abrufen müssen, um die Spiele auch zu gewinnen“, analysierte Coach Waßmiller.
Die Heilbronner Falken rangieren mit 16 Punkten auf dem elften Tabellenplatz. Mit 57 geschossenen Toren stellen die Falken den zweitbesten Wert in der DEL2 dar. Jedoch müssen auch parallel dazu die kassierten Tore betrachtet werde – 64 an der Zahl. Durch den 6:1-Erfolg am vergangenen Dienstag gegen den EHC Freiburg haben die Falken den Anschluss an die Pre-Playoff-Plätze gehalten. Aktuell sind es lediglich drei Punkte Rückstand auf den achten Tabellenplatz. „Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir kämpfen weiter hart und werden unsere Spiele auch konstant gewinnen", macht Heilbronn-Trainer Fabian Dahlem klar, dass mit seinem Team zu rechnen ist.
„Nicht jammern, sondern nach vorn schauen“- das ist die Devise von Starbulls Rosenheim-Coach Franz Steer. Derzeit liegen die Grün-Weißen auf dem zwölften Tabellenplatz mit 16 Punkten. Die Playoffs sind dagegen das Ziel der Rosenheimer. Um diese Runde zu erreichen, kommt laut Trainer Steer die Spielpause für sein Team zum richtigen Zeitpunkt: „Vor allem im letzten Drittel haben wir gesehen, dass viele Spieler, die anfangs der Saison verletzt oder angeschlagen waren, nun körperlich in einem Tal sind. Wir müssen an vielen Defiziten in der Defensive arbeiten. Die Mannschaft wird in der spielfreien Zeit deshalb weniger frei haben als sonst.“
Dem ESV Kaufbeuren gelang ein guter Start in die neue Spielzeit. Jedoch schlug auch bei den Kaufbeurern das Verletzungspech zu. Trainer Andreas Brockmann musste auf einige Stammspieler verzichten. Der ESVK tat sich mit dem Tore schießen schwer. Mit 33 erzielten Treffern verweisen die Gelb-Roten damit auf den niedrigsten Wert in der Liga. Ein kleiner Befreiungsschlag erfolgte mit dem 7:0-Kantersieg am vergangenen Dienstag gegen die Lausitzer Füchse. Infolgedessen konnte die Mannschaft um Kapitän Sebastian Osterloh den letzten Tabellenplatz verlassen.
Die Eispiraten Crimmitschau bilden nach dem 15. Spieltag das Tabellenschlusslicht der DEL2. „Wir können nicht gewinnen, wenn wir unsere Torchancen nicht nutzen,“ analysiert Chefcoach Chris Lee. „Wir wissen ganz genau was wir machen müssen, aber im Moment bekommen wir es nicht hin“, so Trainer Lee. Die Pause müssen die Spieler nutzen, um den Kopf frei zu bekommen und an ihre Fähigkeiten zu glauben. Mit Konzentration und Leidenschaft soll es nach der Deutschland-Cup-Pause weitergehen, um die „Rote-Laterne“ schnell wieder abzugeben.