Lausitzer Füchse gewinnen Shootout gegen Bietigheim
7:6 nach offenem Schlagabtausch / Dresden 3:2 gegen Ravensburg / Kassel und Riessersee gewinnen in der Verlängerung / Crimmitschau holt ersten Auswärtspunkt
Die Lausitzer Füchse (Foto) entpuppen sich als Favoritenschreck. Dem 5:3 gegen Meister Fischtown Pinguins am vergangenen Mittwoch ließ die Mannschaft von Dirk Rohrbach am Sonntag in einem spektakulären Schlagabtausch einen 7:6-Erfolg gegen Spitzenreiter und Vize Bietigheim Steelers folgen. Die Steelers bleiben aber souveräner Tabellenführer, weil sie in elf der bislang zwölf Spiele dieser Saison punkteten. Und der erste Verfolger Starbulls Rosenheim liegt nun bereits acht Punkte zurück, weil die Mannschaft von Franz Steer 1:5 bei Aufsteiger Löwen Frankfurt verlor. Der zweite Aufsteiger Kassel Huskies rückte nach dem 4:3 nach Verlängerung gegen die Eispiraten Crimmitschau auf Rang drei vor. Schlusslicht Crimmitschau verlor auch das sechste Auswärtsspiel, machte aber ein 0:3-Rückstand wett und holte den ersten Punkt in der Fremde. Die Mannschaft der Stunde sind die Dresdner Eislöwen, die mit dem 3:2 gegen die Ravensburg Towerstars den fünften Sieg in Folge feierten und auf Rang fünf kletterten. Die Heilbronner Falken feierten mit dem 6:4 gegen den EV Landshut den vierten Erfolg in den letzten fünf Spielen, der SC Riessersee beendete seine Durststrecke mit einem 4:3 nach Verlängerung gegen den EC Bad Nauheim.
Lausitzer Füchse – Bietigheim Steelers 7:6 (1:3, 4:1, 1:2, 0:0, 1:0) SO
Die erste gute Nachricht für die Lausitzer Füchse gab es vor Spielbeginn. Maxime Legault, der sich beim 5:3 gegen Fischtown am vergangenen Mittwoch das Handgelenk verletzt hatte, konnte doch auflaufen. Und der Stürmer leitete mit seinem fünften Saisontor die Aufholjagd der Gastgeber und ein wildes Spiel ein. Bietigheims Goalie Sinisa Martinovic wurde nach zuvor drei Siegen und starken Leistungen von den Lausitzer Torjägern ordentlich gefordert – wie auch sein Gegenüber Jonathan Boutin. Der konnte nach der 6:4-Führung seines Teams nicht das Comeback der Steelers verhindern. Doch im Penaltyschießen hatte Boutin die besseren Paraden parat als Martinovic. Boutin war von Archie Skalbeck und Justin Kelly nicht zu bezwingen, der zweimalige Füchse-Torschütze Scott King und der zweimalige Vorlagengeber Danny Albrecht überwanden Martinovic. Während die Lausitzer Füchse dank des vierten Heimsieges 17 Punkte auf dem Konto haben, weisen die Steelers nun 29 auf. Sie haben damit in elf von bislang zwölf Saisonspielen gepunktet – und stehen zu Recht ganz oben.
Tore: 0:1 Justin Kelly (0:17), 1:1 Greg Classen (1:35/EA), 1:2 Matt McKnight (8:34), 1:3 Jason Pinizzotto (12:55), 2:3 Maxime Legault (25:46), 3:3 Scott King (27:57), 4:3 Kevin Lavallee (30:22/PP1), 4:4 René Schoofs (34:52), 5:4 Scott King (35:25), 6:4 Greg Classen (47:35/EA), 6:5 David Wrigley (50:54), 6:6 Mark Heatley (55:21), 7:6 Scott King (SO)
Zuschauer: 2.267
Heilbronner Falken – EV Landshut 6:4 (2:2, 3:0, 1:2)
Die Falken bleiben auf dem richtigen Weg. Auf das 2:4 beim EC Bad Nauheim, wo man 2:0 führte und lange wie der Sieger aussah, hatte die Mannschaft von Trainer Igor Pavlov die richtige Antwort und feierte den vierten Sieg in den vergangenen fünf Spielen. Schlüssel zum Erfolg waren zweifelsohne die Special Teams. Dustin Cameron erwischte mit zwei Treffern und einem Assist einen traumhaften Abend, leitete mit einem Unterzahltor die Wende ein und sorgte mit der Vorlage zum 4:2 von Marcel Kurth im Powerplay für eine Vorentscheidung. Beim EVL wechselten sich in den vergangenen fünf Spielen Sieg und Niederlage ab, die Mannschaft von Andreas Brockmann konnte den Schwung vom 3:1 im Derby gegen den SC Riessersee nicht mitnehmen.
Tore: 1:0 Dustin Cameron (0:56), 1:1 Cody Thornton (3:00), 1:2 Patrick Jarrett (7:35), 2:2 Dustin Cameron (11:49/SH), 3:2 Dorian Saeftel (26:50/PP1), 4:2 Marcel Kurth (30:44/PP1), 5:2 Alexander Janzen (35:29), 5:3 Patrick Jarrett (50:54), 6:3 Alexander Janzen (52:26), 6:4 Bill Trew (57:06)
Zuschauer: 1.235
Löwen Frankfurt – Starbulls Rosenheim 5:1 (0:0, 3:0, 2:1)
Die Löwen Frankfurt bauen weiter an einer Erfolgsserie. Dem 5:2 in Ravensburg ließ die Mannschaft von Tim Kehler eine nicht weniger überzeugende Vorstellung zu einem 5:1 gegen die Starbulls Rosenheim folgen. Es war der dritte Sieg in Folge und eine weitere defensiv gute Leistung. Lediglich vier Gegentore ließen die Hessen in den vergangenen drei Spielen zu. Für die Starbulls waren es allerdings an einem Wochenende zum Vergessen zwölf Gegentreffer und zwei Niederlagen gegen die Aufsteiger – und die Nachricht, dass Verteidiger Max Renner wegen eines Kreuzbandrisses bis Saisonende ausfällt. Gegen Kassel war man am Freitag mit 2:7 untergegangen. In Frankfurt stand wieder der zuletzt angeschlagene Stammgoalie Patrick Ehelechner zwischen den Pipes, es half allerdings nichts.
Tore: 1:0 Norman Martens (28:53/PP1), 2:0 Marton Vas (29:46/PP1), 3:0 Marco Pfleger (38:39), 4:0 Nick Mazzolini (40:52/PP1), 4:1 Benjamin Zientek (43:48), 5:1 David Elsner (49:58)
Zuschauer: 4.311
SC Riessersee – EC Bad Nauheim 4:3 (2:2, 1:1, 0:0, 1:0) OT
Riessersees Geschäftsführer Ralph Bader hatte es noch vor dem Heimspiel gegen den Tabellendritten Bad Nauheim gesagt: „Die Stärke der Mannschaft ist aber, dass sie alles wegsteckt und weiß, dass es auch wieder anders kommt.“ Drei Niederlagen in Folge hatte die Mannschaft von Toni Krinner trotz zum Teil starker Leistungen hinnehmen müssen und rutschte von Rang zwei auf neun ab. Am Sonntag nun stoppte man dank Tim Regan die Talfahrt. Den Gästen, die am Freitag ein starkes Comeback gegen Heilbronn feierten, macht die Auswärtsbilanz mit weiter nur einem Sieg aus nunmehr sechs Spielen zu schaffen.
Tore: 1:0 Thomas Merl (7:56), 1:1 Max Campbell (8:58), 1:2 Matt Beca (10:30/PP1), 2:2 Lubor Dibelka (19:20), 2:3 Matt Beca (30:44), 3:3 Lubor Dibelka (38:36), 4:3 Tim Regan (63:36/PP1)
Zuschauer: 1.244
Kassel Huskies – Eispiraten Crimmitschau 4:3 (3:0, 0:3, 0:0, 1:0) OT
Nach 40 Minuten war erstmal eine lange Pause. Ob es am Spielverlauf lag, dass sich Wasser auf dem Eis sammelte, ist reine Spekulation. Es wird eher die Witterung gewesen sein, aber den Gemütern tat es gut. Kassel führte scheinbar sicher 3:0, Crimmitschau, noch geschockt von der Derby-Niederlage gegen Dresden (6:7) kam ganz groß zurück. Dann musste die Eismaschine dreimal ran, bis die Eisfläche wieder bespielbar war. Und 13 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung schenkte John Zeiler den Huskies den Sieg und damit den Sprung auf den dritten Tabellenplatz. Die Gäste verloren zwar auch das sechste Auswärtsspiel, holten aber den ersten Punkt in der Fremde. Und die Mannschaft von Trainer Chris Lee, die eine 6:3-Führung in den letzten drei Minuten gegen Dresden noch abgab, holte sich wieder ein wenig Selbstvertrauen zurück.
Tore: 1:0 Sven Valenti (15:28), 2:0 Jens Meilleur (17:55), 3:0 Mike Collins (18:34), 3:1 Alexander Hutchings (23:58), 3:2 Dominic Walsh (24:28/PP1), 3:3 André Schietzold (31:32), 4:3 John Zeiler (64:47)
Zuschauer: 3.026
Dresdner Eislöwen – Ravensburg Towerstars 3:2 (1:0, 1:1, 1:1)
Die Dresdner Eislöwen sind derzeit nicht zu stoppen und gewinnen vor allem auch die engen Spiele. Fünf Siege in Serie sind es mittlerweile für die Mannschaft von Thomas Popiesch, die vor knapp drei Wochen noch Letzter war und mit nun 19 Punkten in der Tabelle weiter kletterte. Das grenzenlose Selbstvertrauen ist nach dem irrwitzigen Comeback zum 7:6 im Derby in Crimmitschau noch gewachsen, was auch gegen die Towerstars zu sehen war. Der zweimalige Ausgleich der Gäste brachte die Dresdner nicht aus der Ruhe. Ravensburg hingegen findet auswärts nicht mehr den Schlüssel zum Sieg. Nach dem 5:2 am ersten Spieltag in Heilbronn folgten für das Team von Trainer Daniel Naud fünf Niederlagen in Folge in der Fremde.
Tore: 1:0 Stefan Chaput (9:49/PP1), 1:1 Maximilian Brandl (37:59), 2:1 Alex Trivellato (38:32), 2:2 Alex Leavitt (48:02), 3:2 Arturs Kruminsch (56:00)
Zuschauer: 2.151
Der 12. DEL2-Spieltag (19. Oktober 2014) im Überblick:
Lausitzer Füchse – Bietigheim Steelers 7:6 (1:3, 4:1, 1:2, 0:0, 1:0) SO
Heilbronner Falken – EV Landshut 6:4 (2:2, 3:0, 1:2)
Löwen Frankfurt – Starbulls Rosenheim 5:1 (0:0, 3:0, 2:1)
SC Riessersee – EC Bad Nauheim 4:3 (2:2, 1:1, 0:0, 1:0) OT
Kassel Huskies – Eispiraten Crimmitschau 4:3 (3:0, 0:3, 0:0, 1:0) OT
Dresdner Eislöwen – Ravensburg Towerstars 3:2 (1:0, 1:1, 1:1)
ESV Kaufbeuren – Fischtown Pinguins (28. Oktober 2014/19.30)