Liga-Primus Landshut im Bayern-Derby von Riessersee gefordert
David gegen Goliath war früher – bei Halbzeit der aktuellen DEL2-Hauptrunde begegnen sich Tabellen-Primus Landshut und der SC Riessersee auf Augenhöhe. Während Verfolger Rosenheim seine rätselhafte Heimschwäche gegen Bad Nauheim ablegen will, treffen die Ravensburger Towerstars als Dritter auf Heilbronner Falken, bei denen Igor Pavlov sein Trainer-Debüt gibt. Gerade frisch in der Spitzengruppe etabliert, bekommen es die Dresdner Eislöwen im Sachsen-Derby mit Schlusslicht Crimmitschau zu tun. Im Mittelfeld stehen sich mit Meister Bietigheim und den Fischtown Pinguins zwei Teams gegenüber, die am Freitag nur knapp unterlegen waren und nun auf ein Erfolgserlebnis brennen. Morgenluft schnuppern die Lausitzer Füchse, die sich im Keller gerade erst etwas Luft verschaffen konnten und nun gegen den ESV Kaufbeuren den Aufwärtstrend unter Beweis stellen wollen.
Lausitzer Füchse - ESV Kaufbeuren (17.00 Uhr)
Füchse-Chef Dirk Rohrbach wird deutlich. „Wir müssen jetzt dran bleiben. Drei Punkte am Wochenende reichen nicht, um wieder näher an einen Playoff-Platz heran zukommen. Deshalb ist ein Sieg gegen Kaufbeuren Pflicht“, sagt Rohrbach vor der Heim-Partie gegen die Joker. Mit dem Auswärts-Erfolg vom Freitag bei den Heilbronner Falken konnten die Weißwasseraner ihren Kontrahenten in der Tabelle zunächst überflügeln. Ein wichtiger Grund für den Aufwärtstrend in der Lausitz: Die neue erste Reihe mit King, Kjaergaard und Pierro-Zabotel kommt immer besser in Fahrt. Gerade im Überzahlspiel läuft die frische Füchse-Formation zur Hochform auf: Beim 4:2 in der Käthchenstadt erzielte das Trio zwei Treffer im Powerplay. Die Joker ihrerseits dürften sicher noch an den Nachwirkungen des 1:8 im Bayern-Derby gegen die Starbulls Rosenheim zu knabbern haben. „Wir müssen das Spiel gegen Rosenheim ganz schnell aus den Köpfen bekommen und wollen uns gegen einen direkten Konkurrenten behaupten“, sagt denn auch Gäste-Trainer Didi Hegen. Beim ersten Aufeinandertreffen entführte der ESVK durch ein 4:1 drei wichtige Punkte aus Sachsen. Bei den Füchsen fällt im Moment noch Star-Torwart Jonathan Boutin aus, der sich jedoch schon wieder im Aufbautraining befindet.
Dresdner Eislöwen - Eispiraten Crimmitschau (18.00)
Mit Rückenwind gehen die Dresdner Eislöwen nach dem 4:3-Erfolg gegen die Bietigheim Steelers und dem Vorrücken auf Rang vier ins sächsische Derby gegen Schlusslicht Crimmitschau. Die Platzierung in der Tabelle ist für Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch allerdings kein valides Kriterium zur Bewertung der West-Sachsen. „Wir werden das Team definitiv nicht unterschätzen, dazu haben wir viel zu viel Respekt vor dem Sport und dem Gegner“, sagt Popiesch. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen Anfang Oktober in der EnergieVerbund Arena boten die Westsachsen einen großen Kampf und mussten sich am Ende nur knapp mit 3:4 geschlagen geben. Ein Resultat, das Popiesch maßgeblich auf die starken Crimmitschauer Import-Spieler zurück führt. „Uns ist nicht erst seit dem ersten Spiel gegen die Eispiraten klar, dass Harrison Reed als Topscorer weiß, wo das Tor steht. Aber auch andere Offensivkräfte wie zum Beispiel Max Campbell haben das Potenzial, jederzeit Spiele zu entscheiden“, sagt der Eislöwen-Trainer und gibt die Marschroute vor: „Wir müssen die Verteidiger von Beginn an unter Druck setzen und dürfen der Mannschaft nur wenig Raum geben.“ Für das Spiel am Sonntag nicht zur Verfügung stehen weiterhin Marvin Tepper und Bruce Becker. Aus Berlin wird Eisbären-Förderlizenzspieler Thomas Supis die Eislöwen unterstützen. Popiesch: „Einige Spieler haben am Samstagmorgen das Training reduziert, aber wir sind guter Dinge, dass am Sonntag wieder alle fit sind.“
Bietigheim Steelers - Fischtown Pinguins (18.00)
Halbe Sachen kennen die Steelers nicht – zumindest ist das daheim so: Wenn sie gewinnen dann richtig - alle sechs Siege in der EgeTrans Arena waren bis dato glatte Dreier. Und das soll auch gegen die Fischtowner nach Möglichkeit so bleiben. Die Nordlichter allerdings dürften nach ihren weniger glückbeladenen Bayern-Abstechern in Kaufbeuren und Riessersee auf ein Erfolgserlebnis brennen. „Wir wollen versuchen, den verlorenen Boden wieder gut zu machen“, sagt Pinguin-Chef Mike Stewart, der wieder fast alle Mann an Bord hat. Ex-Steeler Viktor Beck, Patrik Beck, Sergej Stas und auch Björn Bombis haben ihre Verletzungspause überwunden. Dazu gesellt sich der gerade verpflichtete Martin Walter, der der Defensive mehr Stabilität geben soll. Mithelfen soll dabei auch Ralf Rinke. Mit vier Reihen wollen die Seestädter im Ellental Vollgas geben. Stewart: "Die Mannschaft brennt darauf zu zeigen, dass wir uns auch von kleinen Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lassen." Einziger Wehrmutstropfen im Kader der Seestädter ist die schwere Schulterverletzung von Alex Kampen, der seine Karriere deshalb beenden muss. In Bestformation können auch die „Eisenmänner“ antreten, die schon „Siegerfahrung“ gegen die Nordlichter in dieser Saison haben: Das erste Aufeinandertreffen in der Seestadt gewann der Meister mit 4:2.
EVL Landshut - SC Riessersee (18.00)
Im 19. Zweitliga-Duell gegen den SC Riessersee könnte Liga-Primus Landshut eine Marke reißen: Bislang waren die EVL-Akteure 95 Mal erfolgreich, wenn es gegen das Team aus dem Werdenfelser Land ging - fünf Treffer fehlen bis zum 100er. Legt man die Tor-Effizienz der Niederbayern aus den letzten drei DEL2-Spielen zu Grunde, könnte das machbar sein. 18 Mal hämmerten die Landshuter ihren Kontrahenten die Scheibe ins Gehäuse – macht sechs Treffer pro Partie. Doch besonders in dieser Saison sind die Riesserseer alles andere als ein freundlicher Sparringspartner. Im Gegenteil: Durch das 3:2 vom Freitag gegen die Fischtown Pinguins haben die Garmischer pünktlich zur Halbzeit jeden Liga-Gegner einmal in die Knie gezwungen: Das war so vor Saisonbeginn nicht absehbar. Entsprechend ist Landshut Coach Jiri Ehrenberger sehr zurückhaltend mit Prognosen: „Riessersee hatte vor der Saison niemand auf der Rechnung, nun läuft es sie nahezu optimal. Die können bei uns ganz befreit aufspielen und haben nichts zu verlieren. Die Landshuter Taktik: „Wir wollen aus einer gefestigten Defensive zum Erfolg kommen. Hinten sicher stehen, um dann vorne eiskalt zuzuschlagen.“ Zusätzlich Selbstbewusstsein dürfte dem EVL geben, dass man in dieser Saison noch nie ein Spiel daheim verloren hat. Der SC Riessersee seinerseits baut im Bayern-Derby, das zugleich mal wieder ein Spitzenspiel ist, auf den Überraschungs-Effekt. „Wir sind in dieser Saison immer für das Unerwartete gut. Vielleicht ja auch heute“, sagt Geschäftsführer Ralph Bader, dessen Team sich im Hinspiel unerwartet souverän mit 3:0 durchsetzen konnte.
Starbulls Rosenheim - EC Bad Nauheim (18.00)
Verkehrte Welt in Rosenheim: Auswärts eine Macht, sind die Starbulls daheim eher weniger stressresistent. Mit dem 8:1-Kantererfolg vom Freitag in Kaufbeuren markieren die Oberbayern nun mit acht Siegen in der Fremde einen Liga-Rekord und kletterten in der Tabelle auf Rang zwei . Und vor heimischer Kulisse? Ebbe! Vier der letzten fünf Duelle gingen im Kathrein-Stadion verloren. Da kommt Aufsteiger Bad Nauheim gerade recht. Denn dessen Trend ist genau gegenläufig: Daheim hui, auswärts (eher) pfui! Sechs von insgesamt neun Auswärts-Duellen gingen glatt verloren, nur einmal glückte ein Dreier. Dabei liegt der Tabellen-Achte aus der Wetterau trotz eines 3:4 nach Overtime zuletzt gegen die Ravensburg Towerstars noch voll im Soll. Und das, obwohl die Hessen in Bayern zuletzt eher weniger zu lachen hatten. Erst vor Wochenfrist setzte es ein deftiges 1:10 beim Tabellenführer Landshut. Nicht gerade ein motivierendes Omen für die Roten Teufel vor einem weiteren Gastspiel in bayerischen Gefilden. Da erinnert man sich schon lieber an das erste Aufeinandertreffen mit dem Team von Franz Steer, das im Colonel Knight-Stadion in der Verlängerung mit 3:2 gewonnen werden konnte.
Ravensburg Towerstars - Heilbronner Falken (18.30)
Eine Nummer leichter hätte es Igor Pavlov sicher gern gehabt: Ausgerechnet bei den Ravensburg Towerstars setzen die Käthchenstädter beim Debüt ihres neuen „Ober-Falken“zum Landeanflug an. Die Oberschwaben scheinen daheim sogar noch einen Tick stärker als Tabellenführer Landshut. Davon zeugen acht glatte Dreier bei zwei Overtime-Siegen – und nicht einem einzigen Patzer. Bei den Gästen hingegen ist noch immer Sand im Getriebe. Unter Interims-Coach Gerd Wittmann, der am Freitag beim 2:4 gegen die Lausitzer Füchse seinen letzten Arbeitstag hinter der Heilbronner Bande hatte, schienen die vor Saisonbeginn hochdotierten Falken endlich an Flughöhe gewinnen zu können, doch so recht konnte man sich noch immer nicht aus den tabellarischen Niederungen befreien. Gerade drei Punkte sind die Heilbronner vom Schlussplatz entfernt. Ravensburg dagegen trumpft nun auch in der Fremde auf. Am Freitag erkämpften sich die Towerstars bei Neuling Bad Nauheim in der Overtime ein 4:3 und damit zwei Zähler. Damit liegen die Männer von Trainer Petri Kujala als Dritter in Schlagdistanz zu den Starbulls aus Rosenheim. Bereits das erste Duell dominierten die Towerstars. Souverän mit 3:0 holte man drei Punkte in der Käthchenstadt: Schlechte Vorzeichen für den erfolgreichen Einstand des 48jährigen Pavlov, der zu allem Überfluss auf Marco Habermann (Schnittwunde am Oberschenkel), Steven Bär (gebrochener Finger) sowie Brady Leisenring verzichten muss.
Der 22. DEL2-Spieltag im Überblick:
Lausitzer Füchse - ESV Kaufbeuren (17.00 Uhr)
Dresdner Eislöwen - Eispiraten Crimmitschau (18.00)
Bietigheim Steelers - Fischtown Pinguins (18.00)
EVL Landshut - SC Riessersee (18.00)
Starbulls Rosenheim - EC Bad Nauheim (18.00)
Ravensburg Towerstars - Heilbronner Falken (18.30)