Mehr Spitzenspiel geht nicht: Bayerischer Gipfel in Landshut
Ganz im Zeichen des bayerischen Gipfeltreffens zwischen Spitzenreiter Landshut und Verfolger Rosenheim steht der 26. DEL2-Spieltag. Wollen die Ober- ihre Konkurrenz aus Nieder-Bayern nicht weiter enteilen lassen, ist ein Sieg Pflicht. Andererseits könnten die Eislöwen – vorausgesetzt es gelingt ein Sieg gegen Kaufbeuren – von einem Rosenheimer Ausrutscher profitieren und mit dem dann neunten Erfolg in Serie auf Rang zwei vorstoßen. Derweil Meister Bietigheim im BW-Derby die Ravensburg Towerstars empfängt, erwarten die Fischtown Pinguine den SC Riessersee zum Nord-Süd-Duell um die Vorherrschaft im Mittelfeld. Zu einem Sechs-Punkte-Spiel um einen Playoff-Platz kommt es in der Lausitz, wo der EC Bad Nauheim gastiert. Auf sein Heimrecht baut Schlusslicht Crimmitschau gegen die Heilbronner Falken.
Bietigheim Steelers - Ravensburg Towerstars (16.00 Uhr)
Aufatmen bei den „Eisenmännern“: Durch das letztlich klare 6:3 in Kaufbeuren beendete der amtierende DEL2-Champ beim Debüt von Frédéric Cloutier im Tor eine Durststrecke mit fünf Niederlagen in Folge. Die Towerstars ihrerseits ließen in einer kampfbetonten Partie gegen die Fischtown Pinguins einen Zähler liegen und rutschten vorerst auf den vierten Platz ab. Damit kommt es im BW-Derby zum Duell zweier unmittelbarer Tabellen-Nachbarn. Dennoch: Der Penalty-Sieg gegen die Seestädter war für die Männer von Ravensburgs Coach Petri Kujala Gold wert. „Die zwei Punkte sind enorm wichtig für unser Selbstvertrauen, jetzt haben wir die Möglichkeit, uns noch weiter von den Steelers abzusetzen“, sagt Kujala, der im Tor wieder auf Christian Rohde setzt. Ob die beiden Augsburger Förderlizenzspieler Manuel Kindl und Andreas Farny zur Verfügung stehen, ist noch offen. Ansonsten fehlen wie schon am Freitag Matt Kelly und Christopher Oravec. Dagegen haben die Steelers keine Verletzten zu beklagen. Während Ravensburg den ersten Vergleich mit 3:2 (n.P.) für sich entscheiden konnten, setzten sich die Steelers beim zweiten Aufeinandertreffen mit 3:0 durch.
Lausitzer Füchse - EC Bad Nauheim (17.00)
Sechs-Punkte-Spiel um einen Playoff-Platz: Derweil die Roten Teufel Rang acht halten, liegen die Füchse mit Tuchfühlung knapp dahinter. Mit einem Sieg würde Weißwasser die Plätze mit dem Team aus der Wetterau tauschen – und die Hessen erstmals überhaupt in dieser Saison aus den Top-Acht fallen. „Soweit wollen wir es nicht kommen lassen. Wir wissen, wie wichtig diese Partie ist und sind auf alles vorbereitet", sagt EC-Coach Frank Carnevale, der jedoch in der Abwehr ein Problem hat. Nachdem mit Daniel Ketter und Chris Heid gleich zwei gestandene Defensivkünstler verletzungsbedingt ausfallen, wird wohl Sven Schlicht hinten aushelfen müssen. Damit können die Gäste lediglich drei Sturmblöcken auflaufen können, nachdem Dennis Reimer wegen eines Handbruchs noch mindestens bis zum Jahresende ausfallen wird. Offen ist bei beiden Teams, wer im Tor beginnen wird. Bei den Roten Teufeln stand beim 2:6 am Freitag gegen Landshut Domenic Bartels zwischen den Pfosten und lieferte eine ordentliche Leistung ab. Während es beim ersten Spiel im Fuchsbau ein 3:1 für die Hausherren gab, triumphierte Bad Nauheim daheim mit 3:2.
Fischtown Pinguins - SC Riessersee (17.00)
Kopf-an-Kopf-Duell im Mittelfeld: Wenn sich die Seestädter mit den Garmischern messen, geht es immer hoch her – und es wird eng! Und das ist gut so, denn in der Eisarena von Bremerhaven dürften die Ränge wieder gut gefüllt sein. Dabei erleben die Fischtown-Fans eine Premiere: Erstmals kann Trainer Mike Stewart Brock Hooton aufbieten, der unter der Woche verpflichtet worden war und sein Debüt in den Farben der Pinguine kaum erwarten kann. Nicht mehr warten kann auch Trainer Mike Stewart, der nach einer unglücklichen Niederlage in Ravensburg von seinen Mannen auf ein Feuerwerk hofft. Stewart: „Vor heimischer Kulisse erwarte ich von meiner Mannschaft, dass sie sich von der ersten bis zur letzten Minute zerreißt. Wir wissen dass wir gegen Riessersee alles geben müssen, um das Abwehrbollwerk der Blauen zu knacken. Ich bin mir sicher, dass wir uns das Richtige einfallen lassen werden!" Das ist auch nötig. Obwohl die Werdenfelser seit früh 03.00 Uhr auf dem Weg in den Norden sind, brennt das Team von Toni Krinner auf die Partie – Müdigkeit gilt nicht! In den letzten sechs Partien konnten die Garmischer vier Mal punkten und drei Mal gewinnen. Während sich die Pinguine beim ersten Aufeinandertreffen erst im Penaltyschießen mit 3:2 durchzusetzen vermochten, benötigte der SCR bei seinem Erfolg im zweiten Duell für das gleiche Ergebnis ebenfalls die Overtime.
Eispiraten Crimmitschau - Heilbronner Falken (17.00)
Anspruch gegen Wirklichkeit: Mit den Heilbronner Falken gastiert ein Team beim Schlusslicht, das Experten vor der Saison als Titelaspiranten „auf der Uhr“ hatten. Wirft man einen Blick auf den Falken-Kader, ist dies auch nachvollziehbar: Mit Stürmer Robert Hock und Paul-John Fenton gehören mindestens zwei Athleten zum Aufgebot, die in jedem Spiel den entscheidenden Unterschied machen können – aber eben (noch) nicht gemacht haben! Entsprechend unterkühlt ist die Stimmung in der Käthchenstadt. Nach Trainer Ken Latta musste unter der Woche auch Sportdirektor Rico Rossi seinen Hut nehmen. Neuer starker Mann am Heilbronner Ruder ist Igor Pavlov, der nach vier Spielen zumindest eine ausgeglichene Bilanz vorweisen kann. Mit zwei Siegen (4:3, 4:2) aus den beiden bisherigen Duellen gegen die Ost-Sachsen und dem 2:0 zuletzt gegen die Lausitzer Füchse im Rücken setzen die Falken voller Selbstbewusstsein zum Landeanflug im Sahn-Park an. Erklärtes Ziel von Igor Pavlov: „Wir wollen endlich eine kleine Serie starten.“ Diese soll die Gäste nach Möglichkeit noch in die Playoff-Ränge tragen. Das trachten die Eispiraten unter allen Umständen zu verhindern. Ober-Pirat Frank Dahlem: „Mit Leidenschaft und Kampfgeist wollen wir den Falken die Stirn bieten und den zweiten Erfolg daheim in Folge holen.“
Dresdner Eislöwen - ESV Kaufbeuren (18.00)
Wer soll die Sachsen derzeit stoppen? Der ESV Kaufbeuren versucht es zumindest! Doch die Vorzeichen sind zu unterschiedlich: Hier Eislöwen, die am Freitag selbst den Tabellen-Zweiten Rosenheim dominierten und mit dem achten (!) Erfolg hintereinander auf Rang drei in der DEL2 vorstoßen konnten, dort ein ESV Kaufbeuren, dem zur Zeit das Pech am Schläger zu kleben scheint. Fünf Partien in Folge gingen zuletzt verloren – der Sturz auf Rang elf war die Folge! Wollen die Schützlinge von Trainer Didi Hegen eine Chance in der sächsischen Landeshauptstadt haben, gilt es vor allem den Dresdner Finnensturm mit Kaartinen und Pöllänen in Schach zu halten. Doch dann haben die Eislöwen noch immer Andre Mücke: Der Allrounder, der sowohl im Sturm als auch in der Verteidigung eine gute Figur abgibt, wurde gerade Eislöwen-Spieler des Monats November und gehört zum engeren Kandidaten-Kreis für die erstmals in der DEL2 durchgeführte Wahl zum „Spieler des Monats“. Zumindest etwas Mut kann das Team aus dem Allgäu aus dem Umstand schöpfen, dass die Saison-Bilanz gegen die Eislöwen bis dato ausgeglichen ist: Einem 2:0 zu Hause im ersten Spiel folgte eine 3:6-Niederlage in Dresden.
EVL Landshut - Starbulls Rosenheim (18.00)
Erster gegen Zweiten: Mehr Spitzenspiel geht nicht! So sieht es auch EVL-Coach Jiri Ehrenberger. „Landshut gegen Rosenheim ist schon immer ein Duell mit einer ordentlichen Prise Brisanz. Durch die aktuelle Tabellen-Situation bekommt das Derby noch zusätzliche Würze“, sagt Ehrenberger, dessen Team am Freitag mit einem 6:2 in Bad Nauheim den Grundstein für ein erfolgreiches Wochenende gelegt hatte. Ganz anders die Starbulls, die daheim von den Dresdner Eislöwen mit 3:2 dominiert wurden. Dadurch verfügen die Dreihelmenstädter in der Tabelle nun wieder über komfortable sieben Zähler Vorsprung auf den ewigen Rivalen aus Rosenheim. Für die Starbulls ging damit eine kleine Serie mit fünf Siegen in Folge zu Ende. Wer weiß, vielleicht gibt am Ende in diesem zu erwartend hochemotionalen Duell der Heim-Vorteil wieder einmal den Ausschlag. So war es jedenfalls in den beiden bisherigen Partien: Während Landshut in der ersten Partie mit 4:2 erfolgreich war, setzten sich die Starbulls bei der Wiederauflage im Kathrein-Stadion mit 4:3 durch. Das Rezept von Jiri Ehrenberger ist simpel: „Morgen müssen wir von Anfang an voll konzentriert bei der Sache sein. Nur so können wir gegen die Starbulls bestehen." Hoffnung geben den Innstädtern indes neun Auswärtssiege. Damit führt man diese Wertung an. Inwiefern das beim heimstärksten Liga-Team helfen wird, wird sich am Gutenbergweg zeigen. Nach wie vor muss Starbulls- Coach Franz Steer auf drei Stammkräfte verzichten. Die Ausfälle von Fabian Zick, Florian Müller und Dominic Auger machen die Aufgabe beim Erzrivalen nicht leichter.
Der 26. DEL2-Spieltag im Überblick:
Bietigheim Steelers - Ravensburg Towerstars (16.00 Uhr)
Lausitzer Füchse - EC Bad Nauheim (17.00)
Fischtown Pinguins - SC Riessersee (17.00)
Eispiraten Crimmitschau - Heilbronner Falken (17.00)
Dresdner Eislöwen - ESV Kaufbeuren (18.00)
EVL Landshut - Starbulls Rosenheim (18.00)