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Text: DEL2

Meister und Vizemeister siegen in Overtime

Hauptrunden-Champion Bietigheim 2:1 gegen Dresden / Bremerhaven bezwingt Rosenheim 3:2

Meister und Vizemeister siegen in Overtime
Sven Peter/Hansepixx

Spannender kann es nicht zugehen. Drei der vier Spiele zum Auftakt des Playoff-Viertelfinales in der DEL2 gingen in die Verlängerung. Der überlegene Hauptrunden-Champion Bietigheim Steelers rang den Vorrunden-Zehnten Dresdner Eislöwen mit 2:1 nieder, Meister Fischtown Pinguins den Achten Starbulls Rosenheim 3:2. Einen Dämpfer musste Aufsteiger Kassel Huskies hinnehmen, der als Hauptrundendritter Spiel 1 gegen den EV Landshut mit 2:3 nach Verlängerung  verlor. Mitaufsteiger Löwen Frankfurt feierte in regulärer Spielzeit einen 4:2-Erfolg gegen die Ravensburg Towerstars. 23.552 Zuschauer in sechs Spielen, die beiden Playdowns eingerechnet, waren am ersten Tag der Ausscheidungsspiele ein exzellenter Besuch.

Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars 4:2 (1:1, 1:1, 2:0) Serie: 1:0

Die Special Teams bescherten dem Aufsteiger aus Frankfurt nach einer traumhaften Hauptrunde einen Auftakt nach Maß in die Playoffs. Zwei Powerplay-Tore und der Treffer in Unterzahl von Nils Liesegang machten den Unterschied im Duell des Vierten gegen den Vorrundenfünften aus Ravensburg aus. Für die Gäste begann das Spiel wunschgemäß mit einer Führung. Doch schon bis dahin hatten die Gastgeber ein optisches Übergewicht. Allerdings hatten die Cracks von Trainer Tim Kehler anfänglich bei der Auswahl der Schüsse auf das Gästetor noch nicht das richtige Händchen. Das änderte sich dann mit zunehmender Spieldauer, die zweitbeste Offensive der Liga (211 Tore) lief zunehmend heiß. Es versteht sich von selbst, dass der Zuschauerkrösus auch am Freitagabend die große Zugnummer war. Über 5.000 Zuschauer waren in der Halle. Die Ravensburger konnten wie in den meisten Spielen der Hauptrunde die Stärken auf eigenem Eis nicht voll ausspielen.  Es war aber ein leidenschaftlicher Auftritt beider Mannschaften mit hitzigen Momenten, in denen über das erlaubte Maß hinausgeschossen wurde. So erhielten Frankfurts Justin Kirsch und Ravensburgs Hans Detsch Spieldauerdisziplinarstrafen.  

Tore: 0:1 Austin Smith (12:00), 1:1 Landon Gare (19:00), 2:1 Richard Mueller (27:22/PP2), 2:2 Radek Krestan (30:26), 3:2 Nils Liesegang (44:04/SH1), 4:2 David Elsner (45:31/PP1)
Zuschauer: 5.522

Kassel Huskies – EV Landshut 2:3 (1:1, 1:0, 0:1, 0:1) OT - Serie: 0:1

Vor dem ersten Bully gab es in Kassel zunächst eine Ehrung. Mike Collins wurde als Hauptrunden-Scorerkönig von DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch ausgezeichnet. Mit zu den ersten Gratulanten gehörte Huskies Manager Joe Gibbs, der von der Fachzeitschrift Eishockey News zum Manager des Jahres gekürt wurde. Von den Rängen kam der verdiente Applaus. Mike Collins, der in 51 Spielen 81 Scorerpunkte sammelte (27 Tore/54 Assists), ließ sich dann auch nicht lange bitten, trug sich gleich mit dem 1:0 in die Playoff-Scorerliste ein und war im Mittelabschnitt auch am Unterzahl-Tor von Alexander Heinrich beteiligt. Allerdings war es am Freitagabend für den Vorrunden-Dritten aus Nordhessen gegen Landshut alles andere als ein Spaziergang. Die Gastmannschaft von Trainer Toni Krinner verlangte dem überragenden Aufsteiger alles ab und machte Druck.  Mit dabei waren auch wieder Peter Abstreiter und Kyle Doyle nach Verletzungspausen. Das zahlte sich für die Gäste aus: Doyle, dessen Ehefrau ihr zweites Kind erwartet, erzielte den Ausgleich. Und Torjäger Patrick Jarrett machte nach 41 Sekunden der Overtime mit seinem Powerplay-Tor alles klar. Damit beschenkte sich Jarrett verspätet für seine Vertragsverlängerung in Landshut. Für Kassels Topscorer Mike Collins, seine Teamkollegen und Trainer Rico Rossi sowie die über 5.000 Zuschauer war das hingegen eine Ernüchterung.

Tore: 1:0 Mike Collins (15:42), 1:1 Andreas Gawlik (19:36), 2:1 Alexander Heinrich (24:58/SH1), 2:2 Kyle Doyle (45:11/EA), 2:3 Patrick Jarrett (60:41/PP1)
Zuschauer: 5.484

Fischtown Pinguins – Starbulls Rosenheim 3:2 (1:0, 1:2, 0:0, 1:0) OT – Serie: 1:0

Die Hauptrunden-Serie beider Teams in der Hauptrunde war ausgeglichen. Und schon das erste Spiel in Bremerhaven am Freitagabend deutete an, dass es zwischen den Pinguins und den Starbulls eine lange Viertelfinal-Serie werden kann. Beide Mannschaften lieferten sich einen Kampf auf Biegen und Brechen. Für den Meister begann die Begegnung alles andere als wunschgemäß. Bereits nach sieben Minuten erhielt Ryan Martinelli eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen eines Bandenchecks. Danach musste das Team von Trainer Mike Stewart insgesamt sieben Minuten in Unterzahl spielen und hielt das 0:0. Danach brachte Brock Hooton, lange verletzt, Bremerhaven in Führung. Doch die Gäste konterten durch den Doppelpack von Stephan Gottwald. Die Mannschaft von Trainer Franz Steer hatte durch die erfolgreiche Pre-Playoff-Serie gegen die Lausitzer Füchse bereit ihren Rhythmus. Rosenheim, das wieder auf den zuletzt gesperrten Verteidiger Beppo Frank zurückgreifen konnte, zeigte ein ganz anderes Gesicht als beim letzten aufeinandertreffen. Am 27. Februar gab es eine 2:8-Abfuhr an der Nordsee. Dennoch zeigten die Gastgeber in der Overtime den größeren Willen und feierten dank Pawel Dronia ein Happy End.

Tore: 1:0 Brock Hooton (15:41), 1:1 Stephan Gottwald (24:30), 1:2 Stephan Gottwald (33:47), 2:2 Andrew McPherson (36:35/PP2), 3:2 Pawel Dronia (66:58)
Zuschauer: 4.422

Bietigheim Steelers – Dresdner Eislöwen 2:1 (0:0, 0:0, 1:1, 1:0) OT Serie: 1:0

Bietigheims Trainer Kevin Gaudet war ein wenig unsicher, wie seine Mannschaft die lange Pause nach einer überragenden Hauptrunde verkraftet hat. Am Freitagabend hatte der überlegene Hauptrunden-Champion große Mühe mit dem Vorrunden-Zehnten aus Dresden und stand sogar vor einer Auftaktpleite. 56 Minuten gelang der besten Offensivmannschaft der Liga kein Tor gegen die Eislöwen, dann konterte Markus Gleich den Rückstand durch Dresdens Petr Macholda innerhalb von nur 20 Sekunden. Und wie schon im letzten Hauptrundenduell der beiden Teams (5:4 OT) gewannen die Steelers in der Verlängerung. Gleich wurde mit seinem zweiten Treffer der Matchwinner. Coach Gaudet sollte Recht behalten, dass Dresden nach der erfolgreichen Pre-Playoff-Serie gegen Riessersee bereits im Playoff-Rhythmus sei. Die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch, der seinen Vertrag in Dresden nach dem Einzug in das Viertelfinale um zwei Jahre verlängert hatte, machte ein richtig gutes Spiel und nahm die Top-Reihen mit den Protagonisten wie David Wrigley weitestgehend aus dem Spiel. Doch Markus Gleich machte an diesem Abend den Unterschied zugunsten des Vizemeisters aus.

Tore: 0:1 Petr Macholda (56:04/PP1), 1:1 Markus Gleich (16:24), 2:1 Markus Gleich (62:59)
Zuschauer: 3.131

 

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