Mike Stewart: Uns haben nur Millimeter gefehlt
Pinguins-Coach spricht trotz der großen Enttäuschung von einer tollen Saison
Trainer Mike Stewart hat die Fischtown Pinguins durch eine wahrlich harte Saison geführt. Nach dem Meistertitel 2014 durfte Bremerhaven im Continental Cup starten und belegte dort einen herausragenden zweiten Rang. Im gleichen Zuge arbeitete sich das Team vom elften Rang zurück auf den zweiten Platz nach Abschluss der Hauptrunde. Insgesamt 77 Spiele absolvierten den Pinguins in dieser Saison. Mit del-2.org zog Mike Stewart nach einem aufregenden Jahr Bilanz.
Mike Stewart, eine lange Saison hat im sechsten Finalspiel gegen Bietigheim ein Ende gefunden. Am Ende steht eine knappe Niederlage gegen den Hauptrundensieger. Wie schätzen Sie die Saison 2014/15 der Fischtown Pinguins ein?
Wir sind jetzt, in diesem Moment, natürlich enttäuscht. In ein bis zwei Wochen werden wir jedoch zurückschauen und sehen, dass wir eine tolle Saison gespielt haben. Wir sind 56.000 Kilometer gefahren und haben nicht zuletzt dank der des Continental Cups zusammengefunden. Das hat uns sehr geholfen, die harten Serien gegen Rosenheim und Frankfurt zu überstehen. Gegen die Starbulls haben wir zwar einen Sweep geschafft, aber die Spiele selber waren brutal hart, und auch Frankfurt hat uns alles abverlangt. Und was soll ich zum Finale sagen? Wir haben viermal 3:4 verloren. Das sagt eigentlich alles. Uns haben nur Millimeter gefehlt.
Sie sprechen es an: Es gab eine Phase in dieser Saison, in der es nicht nach Bremerhaven im Finale aussah.
Ich habe nie an einer erfolgreichen Saison gezweifelt. Wir haben irgendwann den elften Platz belegt, aber es fehlten nur ein paar Punkte und wir hatten ein paar Spiele in der Hinterhand. Allerdings haben wir unseren Rhythmus gefunden. Zusammen mit dem Continental Cup hatten wir letztlich sechs Playoff-Serien und das schweißt ein Team zusammen. Vor allem die jungen Spieler haben in dieser Phase viel Erfahrung gesammelt. Wir konnten dann einen Lauf starten, sind vom elften auf den zweiten Platz geklettert und hatten damit das Heimrecht im Viertel- und Halbfinale.
Sie sprachen von „Millimetern“, die gefehlt haben. Was genau hat für Sie den Unterschied in der Serie gegen Bietigheim gemacht?
Zunächst, und ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne, trafen im Finale zwei starke Mannschaften aufeinander. Nehmen wir nur das sechste Spiel: Das Momentum schwang hin und her. Wir hatten unsere Chancen, genau wie die Steelers. Alleine im Powerplay in der Verlängerung hatten wir gute Gelegenheiten, das Spiel für uns zu entscheiden, machen das Tor aber nicht. Nur wenige Sekunden später trifft Bietigheim. Jojo (Pinguine Goalie Jonas Langmann, Anm. d. Red.) hat in diesem Moment nichts gesehen. Es sind eben diese berühmten Kleinigkeiten, und Bietigheim war etwas kaltschnäuziger.
Was sagen Sie insgesamt zur Saison der Steelers?
Bietigheim hat vom Start weg Qualität gezeigt und sich sofort an der Tabellenspitze festgesetzt. Die Jungs haben sich im Vergleich zur letzten Saison wirklich verbessert und zu Recht den Hauptrundensieg geholt. Auch in den Playoffs waren die Steelers das Maß der Dinge und sind ohne Niederlage ins Finale eingezogen. Am Ende waren wir das einige Team, dass Bietigheim Paroli bieten konnte. Ich gratuliere den Steelers zum Titel.
Trotz der Niederlage im sechsten Finalspiel und der verpassten Meisterschaft haben ihre Fans lange in der Arena ausgeharrt und die Fischtown Pinguins gefeiert. Welchen Anteil haben die Fans am Erfolg Bremerhavens?
Die Fans sind in den letzten Jahren mit uns gewachsen. Noch vor vier Jahren war es nicht leicht, doch dann haben wir uns unter den Top-Teams der Liga etabliert. Als wir dann in dieser Saison im Mittelfeld lagen, haben uns unsere Fans nach vorn gepeitscht, und wir haben 16 Heimsiegen in Folge eingefahren. Es war ganz egal, ob wir hinten lagen. Mit den Fans im Rücken haben wir die Spiele gedreht und waren die „Comeback Kids“. Die Unterstützung von den Rängen hilft sehr und unsere Fans sind großartig.
Mike Stewart, wir danken für das Gespräch.