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Pinguins als Zünglein an der Waage im Duell an der Spitze?

Pinguins als Zünglein an der Waage im Duell an der Spitze?
DEL2

Landshut nach zwei Niederlagen zum Tabellen-Dritten / Starbulls könnten bei Sieg gegen Neuling Bad Nauheim profitieren / Derby-Time in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen

Geht das Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel an der DEL2-Tete am 37. Spieltag in die nächste Runde? Einiges deutet darauf hin! Denn Spitzenreiter EV Landshut muss zum Tabellen-Dritten Fischtown Pinguins nach Bremerhaven (Foto) und hat damit – zumindest tabellarisch – die eindeutig härtere Aufgabe vor der Brust als die punktgleichen Starbulls, die Neuling Bad Nauheim erwarten. Ähnlich emotionsgeladen dürften das BW-Verfolgerderby zwischen den Towerstars und Meister Bietigheim sowie das bayerische Kräftemessen zwischen Schlusslicht Kaufbeuren und dem SC Riessersee sein. Derweil die Lausitzer Füchse mit den Heilbronner Falken einen direkten Kontrahenten im Kampf um die Playoffs empfangen, kommt es bei den Eispiraten, wo sich die Eislöwen angesagt haben, auch in Sachsen zu einem Derby mit Sprengkraft.


ESV Kaufbeuren - SC Riessersee (19.30 Uhr)

Doppelte Herausforderung für das Schlusslicht: Ausgerechnet jetzt, da die Ausfallliste immer länger wird, hat sich im Allgäu mit dem SC Riessersee eines der großen Überraschungsteams dieser Saison zum bayerischen Kräftemessen angesagt. Erst am Dienstag gerieten die Garmischer für Tabellenführer Landshut zum Alptraum, als dort der Puck acht Sekunden vor Ultimo zur 4:5-Niederlage der Niederbayern einschlug. Derweil lagen beim ESVK zuletzt Alex Thiel und Max Schmidle lange flach. Deren Einsatz ist ebenso ungewiss wie der von Verteidiger Christof Assner, der sich beim Spiel gegen Bremerhaven eine Oberschenkel-Verletzung zugezogen hatte. Top-Scorer Stephen Schultz ist nach seiner Matchstrafe gesperrt. Ausfallen wird ebenfalls Stefan Vajs, der vermutlich erst zum Beginn der Zwischenrunde wieder fit sein wird und Daniel Pfaffengut (Leiste). Dennoch dürften die Oberbayern ihren Kontrahenten nicht unterschätzen. „Wir haben uns gegen Kaufbeuren immer schwer getan. Die Mannschaft muss hoch konzentriert sein und das wird sie auch, sonst war der Überraschungserfolg in Landshut nicht viel wert“, so SCR-Coach Toni Krinner.

Die bisherigen Ergebnisse:
13.10.: Riessersee – Kaufbeuren 1:5
12.11.: Riessersee – Kaufbeuren 3:2 (SO)
26.12.: Kaufbeuren – Riessersee 2:5

Lausitzer Füchse - Heilbronner Falken (19.30)

Nach dem enttäuschenden 2:7 zuletzt in Bad Nauheim steht für die Füchse die nächste wichtige Prüfung auf dem Programm – und wieder ist es ein Sechs-Punkte-Spiel gegen einen direkten Playoff-Kontrahenten. Unter ihrem neuen Trainer Igor Pavlov haben sich die auf Rang zehn platzierten Falken kontinuierlich verbessert und können sich durch einen Erfolg weiter an den so wichtigen achten Platz heranpirschen. Zu Hause eine Macht, gewinnen die Falken in der Fremde allerdings nicht so recht an Flughöhe. Der letzte Sieg in fremden Gefilden stammt vom 24. November. In der Vergangenheit haben sich die Falken für die Füchse indes oft genug als Angstgegner erwiesen. In unguter Erinnerung ist den Füchsen noch der letzte Falken-Auftritt in Ost-Sachsen, als ein 0:2-Rückstand noch in ein 3:2 umgedreht werden konnte. Etwas überraschend lösten die Falken am Donnerstag den Vertrag mit Fabio Carciola aufgelöst. Er war viertbester Scorer seiner Mannschaft. Außerdem fehlt Verteidiger Patrick Baum verletzungsbedingt. Nach einer kleinen Pause kehrt Jonathan Boutin am Freitag in das Tor der Füchse zurück. Pavel Brendl und wahrscheinlich auch Markus Lehnigk fallen aber aus.

Die bisherigen Ergebnisse:
18.10.: Füchse – Falken 2:3 (OT)
22.11.: Falken – Füchse 2:4
06.12.: Falken – Füchse 2:0

Starbulls Rosenheim - EC Bad Nauheim (19.30)

Nach der Pflicht geht’s nun zur Kür nach Oberbayern: Mit dem Selbstbewusstsein von zwei Siegen im Gepäck fährt Neuling Bad Nauheim zum Co-Spitzenreiter. Zwar sind die Rollen klar verteilt, doch wollen sich die Mittelhessen von den Starbulls zumindest nicht kampflos auf die Hörner nehmen lassen. „Wir wollen das zeigen, was zuletzt so positiv geklappt hat", sagt EC-Interimscoach Daniel Heinrizi, der nach den beiden Siegen ein weiteres Wochenende an der Bande der Krustädter stehen wird. „Wir haben keinen Zeitdruck, einen neuen Trainer verpflichten zu müssen. Die Mannschaft funktioniert in der aktuellen Kombination“, sagt Geschäftsführer Andreas Ortwein. Auch personell lichtet sich langsam aber sicher das Lazarett bei den Roten Teufeln. Neben Kevin Lavallee ist mit dem ebenfalls wochenlang abwesenden Dennis Reimer ein weiterer Angreifer wieder einsatzfähig, was sich in der Qualität des aktuell vierten Angriffsblocks widerspiegelt. „Und die wollen wir auch gegen die Top-Teams aufs Eis bringen, dann ist alles möglich", sagt Daniel Heinrizi.

Die bisherigen Ergebnisse:
18.10.: Bad Nauheim – Starbulls 3:2 (OT)
24.11.: Starbulls – Bad Nauheim 2:0
22.12.: Bad Nauheim – Starbulls 1:4

Fischtown Pinguins - EVL Landshut (20.00)

Das Spitzenspiel am Bremerhavener Wilhelm-Kaisen-Platz ist derzeit das sportliche Thema Nummer Eins an der Unterweser. Schade nur für die Pinguins, dass das geplante Kräftemessen gegen den Liga-Primus mit einem derzeit personell arg dezimierten Kader stattfinden muss. Gleich vier Stammkräfte werden Trainer Mike Stewart bei der schweren Aufgabe gegen die Niederbayern zur Verfügung stehen. Dies soll aber, geht es nach Stewart, die Chancen für die Seestädter nicht schmälern: „Wenn wir konsequent unseren Gameplan verfolgen, diszipliniert spielen und den Druck auf den Gegner hochhalten, dann haben wir auch eine Chance. Denn Landshut ist eine der Topmannschaften der Liga gegen die man nur bestehen kann, wenn wirklich alles stimmt!“ Wie das geht, bewiesen zuletzt Rosenheim und Riessersee in Folge, was den Ehrgeiz der Gäste zusätzlich angestachelt haben dürfte, sich für das 3:6 zuletzt daheim gegen die Pinguins zu revanchieren. Dabei müssen die Niederbayern ihrerseits allerdings gleich ohne sechs Stammkräfte auskommen, darunter Top-Scorer Riley Armstrong, Ty Morris und Martin Davidek. „Dass ein paar Leistungsträger ausfallen, ist alles andere als erfreulich, andererseits hatten wir gegen Riessersee schon das gleiche Problem und konnten die Partie im Endspurt mit einer wahren Energieleistung noch ausgleichen. Wir werden morgen ebenfalls alles geben“, schickt EVL-Coach Jiri Ehrenberger eine klare Kampfansage Richtung Küste.

Die bisherigen Ergebnisse:
04.10.: Landshut – Pinguins 4:1
31.10.: Pinguins – Landshut 3:4 (OT)
22.12.: Landshut – Pinguins 3:6

Eispiraten Crimmitschau - Dresdner Eislöwen (20.00)

Aufgeheizte Stimmung, überbordende Emotionen und Hochspannung bis zur letzten Sekunde: Das sind die Zutaten für ein Sachsenderby mit klaren Vorzeichen. Hier das Team aus der Landeshauptstadt, dem ein Playoff-Platz kaum mehr zu nehmen ist, dort die Eispiraten, die sich zwar zuletzt der Roten Laterne entledigen konnten, aber den eigenen Ansprüchen weiter deutlich hinterher hinken. Mit den Eislöwen kommt zudem ein Kontrahent in den Sahnpark, der hier nicht gerade zu den erklärten „Lieblingsgegnern“ gehört: In bislang drei Saison-Duellen gingen alle neun Punkte nach Elbflorenz. In Crimmitschau hofft man indes, dass der Motor bei den Eislöwen nach zuletzt gerade zwei Siegen aus acht Partien nicht mehr ganz so rund läuft. Und so wollen die Hausherren aus einer soliden Defensive aggressiv nach vorn spielen und Dresden so unter Druck setzen. Während die Eislöwen auf die Offensiv-Power ihrer beiden finnischen Angreifer Tomi Pöllänen und Sami Kaartinen setzen, wollen die Eispiraten mit ihrem kanadischen Top-Trio Max Campbell, Harrison Reed und Scott Pitt die Reihen des Gegners durcheinander würfeln.

Die bisherigen Ergebnisse:
04.10.: Eislöwen – Eispiraten 4:3
24.11.: Eislöwen – Eispiraten 2:1
15.12.: Eispiraten – Eislöwen 2:4

Ravensburg Towerstars - Bietigheim Steelers (20.00)

Nach zwei Auswärtsniederlagen mit 2.000 absolvierten Autobahn-Kilometern in drei Tagen freuen sich die Towerstars ihren nächsten Heim-Auftritt. Und der hat es in sich: Denn mit Bietigheim ist ein Derby-Gegner Gast, der Garant für attraktives Eishockey ist. Nachdem die Towerstars zuletzt in Bremerhaven und Crimmitschau zwei verschiedene Gesichter gezeigt haben, führte Trainer Petri Kujala unter der Woche viele Einzelgespräche. „Wir haben gerade in Crimmitschau in vielen Situationen das Spiel viel zu offensiv gelesen und die falschen Entscheidungen getroffen“, sagt Kujala, der auf den gleichen Kader wie zuletzt beim Nord-Ost-Trip setzen kann. Torhüter Matthias Nemec weilt weiterhin beim DEL-Kooperationspartner Augsburg, ob Thomas Botzenhardt nach seinem U20-Einsatz bei der WM in Malmö seinen Mann steht oder nach Füssen beordert wird, ist noch offen. Wie schon in den vorangegangenen Spielen wird – noch dazu beim Verfolger-Derby - wieder mit einer starken Zuschauerkulisse gerechnet.

Die bisherigen Ergebnisse:
18.10.: Towerstars – Steelers 3:2 (SO)
15.11.: Steelers – Towerstars 3:0
08.12.: Steelers – Towerstars 4:3

Der 37. DEL2-Spieltag im Überblick:

ESV Kaufbeuren - SC Riessersee (19.30 Uhr)
Lausitzer Füchse - Heilbronner Falken (19.30)
Starbulls Rosenheim - EC Bad Nauheim (19.30)
Fischtown Pinguins - EVL Landshut (20.00)
Eispiraten Crimmitschau - Dresdner Eislöwen (20.00)
Ravensburg Towerstars - Bietigheim Steelers (20.00)

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