Pinguins mit Auswärts-Power zum „Playoff-Gradmesser“ Ravensburg
Pinguins mit Auswärts-Power ins Spitzenspiel: Am 7. Zwischenrunden-Spieltag muss der Tabellenführer aus Bremerhaven in Ravensburg, und damit beim heimstärksten Team der Liga, ran. Auf einen Ausrutscher der Seestädter lauern die Starbulls, die allerdings beim bayerischen Kräftemessen in Riessersee eine nicht minder schwere Aufgabe erwartet. Derweil Neuling Bad Nauheim gegen Meister Bietigheim nach dem wohl letzten Playoff-Strohhalm greift, hat Landshut in Heilbronn die Rückkehr auf einen Platz unter den Top-4 im Visier. In Dresden kommt es zum Sachsen-Derby zwischen den Eislöwen und Schlusslicht Crimmitschau (Foto), während sich die Lausitzer Füchse gegen Kaufbeuren der Angriffe auf Rang acht erwehren wollen.
EC Bad Nauheim - Bietigheim Steelers (19.30 Uhr)
Kontakt nach oben halten, Abstand nach unten vergrößern: Das ist die Devise von Meister Bietigheim vor dem Duell bei Neuling Bad Nauheim. Die Chancen dafür stehen gut, denn die Roten Teufel kamen in der Zwischenrunde bislang so gar nicht in Tritt. In sechs Partien gelang gerade ein Sieg – zu wenig, um sich den ersehnten Playoff-Platz zu ergattern. Andererseits - wann, wenn nicht gegen Bietigheim wollen die Mittelhessen nach dem letzten Playoff-Strohhalm greifen. „Wir kämpfen solange es auch nur theoretisch die Möglichkeit gibt, in die Playoffs einzuziehen“, sagt Teufel-Trainer Daniel Heinrizi. Einsatz und Kampf stimmten bei den Roten Teufeln. Es fehlte etwas an Spielwitz, Cleverness und Disziplin. Vielleicht gelingt die Trendwende ja gegen die „Eisenmänner“, die erst eine von fünf Partien in dieser Saison gegen die Roten Teufel regulär für sich entscheiden konnten. Zumindest kann Heinrizi auf den ehemaligen Topscorer Taylor Carnevale zurückgreifen. Der Sohn des Bad Nauheimer Ex-Trainers laborierte zuletzt an einer Rückenverletzung, ein Belastungstest hatte ergeben, dass er spielfähig ist. Somit hat Heinrizi zumindest in der Offensive eine Alternative mehr, während mit Tim May, Thomas Ower und Chris Heid drei weitere Akteure die Saison bereits verletzungsbedingt beendet haben.
Die bisherigen Ergebnisse:
11.10.: Steelers – Bad Nauheim 4:5 (SO)
17.11.: Bad Nauheim – Steelers 7:6 (OT)
30.12.: Steelers – Bad Nauheim 3:4 (OT) / Aber: 5:0 gewertet für Bietigheim!
31.01.: Bad Nauheim – Steelers 6:5 (SO)
07.02.: Steelers – Bad Nauheim 6:4
Lausitzer Füchse - ESV Kaufbeuren (19.30)
Sekt oder Selters: Im Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren muss ein Sieg für die Füchse her. Denn damit könnten die Ost-Sachsen wohl endgültig die Playoff-Fahrkarte lösen. Perfekt ist der achte Platz damit zwar noch nicht, doch sollte Verfolger Bad Nauheim daheim gegen Meister Bietigheim verlieren, würde der Vorsprung auf die Mittelhessen nur noch theoretisch einholbare neun Zähler betragen. Dies zumal das klar bessere Torverhältnis beinahe so etwas wie ein zusätzlicher Punkt für die Schützlinge von Trainer Dirk Rohrbach ist. In der zum „Spiel des Jahres“ proklamierten Partie kann Rohrbach wieder auf Torjäger Christoffer Kjaergaard zurückgreifen. Nach überstandenen Adduktorenproblemen hat der Däne das Training wieder aufgenommen. Weiterhin nicht mit von der Partie sind Robert Bartlick, der zwar wieder auf dem Eis steht, sowie Danny Pyka und Jörg Wartenberg. Leicht werden es die Allgäuer den Füchsen aber keinesfalls machen. Seitdem Uli Egen das Trainer-Zepter schwingt, haben sich die Joker vom letzten Tabellenplatz nach vorn gearbeitet und theoretisch sogar noch Chancen, selbst den achten Platz zu schaffen. Die Füchse sind also gewarnt, zumal die letzten beiden Vergleiche Kaufbeuren vorn sahen.
Die bisherigen Ergebnisse:
06.10.: Füchse – Kaufbeuren 1:4
24.11.: Füchse – Kaufbeuren 5:1
20.12.: Kaufbeuren – Füchse 0:4
03.01.: Kaufbeuren – Füchse 5:1
07.02.: Kaufbeuren – Füchse 7:5
SC Riessersee - Starbulls Rosenheim (20.00)
Beim Duell der bayerischen Altmeister steht mehr als nur Prestige auf dem Spiel: Es geht ums Heimrecht in den Playoff-Viertelfinals. Dabei schielen die Starbulls sogar mit einem Auge auf die Tabellenspitze. Denn bei einem Ausrutscher der Pinguins in Ravensburg könnte Rosenheim nach gut sechs Wochen wieder einmal die Tabellenspitze entern. „Das wird eine ganz harte Aufgabe, aber wir sind bereit“, sagt Starbulls-Übungsleiter Franz Steer, der keinen Hehl aus seinen Absichten macht: „Wie jedes andere Spiel wollen wir auch dieses gewinnen.“ Mit von der Partie wird der Däne Kim Staal sein, der zuletzt verletzungsbedingt ausgefallen war. Dagegen muss Kapitän Stephan Gottwald, der nach wie vor an den Folgen einer Grippe laboriert, weiter aussetzen. Ein dickes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Maximilian Hofbauer. Bei den Garmischern kann Trainer Toni Krinner bis auf Sebastian Eickmann auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Ein Fragezeichen steht allerdings noch hinter Jaro Kracik. Über seinen Einsatz wird erst unmittelbar vor dem Spiel entschieden. „Wir werden hellwach sein. Jedes Spiel gegen Rosenheim war eng und dieses Aufeinandertreffen wird wieder eng und durch Kleinigkeiten entschieden, die wir alle vielleicht jetzt noch gar nicht auf dem Schirm haben“, sagt Krinner.
Die bisherigen Ergebnisse:
13.09.: Riessersee – Starbulls 0:1
02.11.: Starbulls - Riessersee 1:2
28.12.: Riessersee – Starbulls 5:4 (OT)
19.01.: Starbulls – Riessersee 1:2
07.02.: Starbulls – Riessersee 5:0 (gewertet)
Dresdner Eislöwen - Eispiraten Crimmitschau (20.00)
Härtetest für die Eispiraten: Innerhalb von 24 Stunden haben die Westsachsen gleich zwei schwere Brocken vor der Brust. Während zunächst das Sachsen-Derby in Dresden auf dem Programm steht, ist bereits tags darauf Ravensburg im heimischen Sahnpark zu Gast. Ausgesprochen hilfreich ist dafür die Rückkehr der beiden Stürmer Martin Heinisch und Dominic Walsh, die dem Kader der Westsachsen wieder mehr Tiefe verleihen. Klar, dass die Eispiraten dem Team aus der sächsischen Landeshauptstadt in der Dresdner Energie Verbund Arena die Zähne zeigen. Zwar ist in Sachen Playoffs der Zug für die Eispiraten schon lange abgefahren, doch Gastgeschenke wird es dennoch nicht geben. Schließlich will man sich mit guten Leistungen auf die Playdowns einschwören. Bei den Dresdnern wird Eisbären-Förderlizenzspieler Thomas Supis nach längerer Verletzungspause wohl sein Comeback feiern. „Mit der Rückkehr von Thomas Supis eröffnet sich für uns die Möglichkeit, mit vier Sturmreihen zu spielen. Das ist optimal, da wir uns in der Playoff-Vorbereitung befinden. Es geht jetzt darum, durch kurze, aber intensive Einsatzzeiten alle Spieler auf ihr persönliches Top-Level zu bringen. Parallel haben wir auch im Training die Intensität erhöht“, sagt Eislöwen-Cheftrainer Thomas Popiesch. Motivation schöpfen die Eislöwen aus ihren Auftritten zuletzt gegen Bremerhaven. „Wir haben dort einen Weg gefunden, auch auswärts solide aufzutreten. Auf dieses Spiel können wir aufbauen. Wenn wir noch Kleinigkeiten verbessern, sind wir für die Playoffs gut gewappnet“, sagt Eislöwen-Stürmer Sami Kaartinen
Die bisherigen Ergebnisse:
04.10.: Eislöwen – Eispiraten 4:3
24.11.: Eislöwen – Eispiraten 2:1
15.12.: Eispiraten – Eislöwen 2:4
10.01.: Eispiraten – Eislöwen 3:2 (OT)
07.02.: Eispiraten – Eislöwen 4:3 (OT)
Ravensburg Towerstars - Fischtown Pinguins (20.00)
Heimstärke contra Auswärts-Power: Wenn die Ravensburg Towerstars am 7. Zwischenrunden-Spieltag den Tabellenführer Fischtown Pinguins empfangen, ist das ein Duell mit besonderer Brisanz. Hier Towerstars, die mit 22 Siegen in heimischen Gefilden das mit Abstand erfolgreichste DEL2-Team in dieser Bilanz sind, dort Nordlichter, die mit 16 Triumphen in der Fremde die Konträr-Wertung anführen. Dabei greifen die Fischtowner, die seit dem 31. Januar die Spitze halten und damit für die schnelllebigen DEL2-Verhältnisse so etwas wie ein „Langzeit-Tabellenführer“ sind, zum dritten Mal in Folge nach der magischen 100-Punkte-Marke. Am vergangenen Wochenende hatten Dresdens Eislöwen den Pinguins diesbezüglich die Suppe versalzen. Die Duelle gegen Bremerhaven sind sowohl in Bremerhaven, als auch in Ravensburg stets offensiv und vor allem emotional geführt. Zudem rechnet Ravensburgs Coach Petri Kujala allein aufgrund der Tabellenkonstellation mit einem heißen Tanz: „Die Pinguins müssen ihre Tabellenführung verteidigen, wir kämpfen um das Heimrecht in den Playoffs - mehr Potential für ein Top-Spiel geht nicht.“ Personell können die Oberschwaben indes nicht in Top-Besetzung antreten. Raphael Kapzan ist nach seiner dritten 10-Minuten-Strafe gesperrt, ein großes Fragezeichen steht auch hinter dem Einsatz von Christopher Oravec (Oberschenkel). Die letzten beiden Vergleiche gingen mehr oder minder klar an die Schützlinge von Trainer Mike Stewart, der unter der Woche seinen Vertrag in Bremerhaven verlängert hat. Stewart kühl: „Spiele in Ravensburg haben stets ihren besonderen Reiz und sind geprägt von der sportlichen Qualität beider Mannschaften. Ich freue mich auf dieses Duell, da Ravensburg ein guter Gradmesser für die Playoffs ist.“
Die bisherigen Ergebnisse:
11.10.: Towerstars – Fischtown: 2:1
02.11.: Fischtown – Towerstars: 2:3 (SO)
06.12.: Towerstars – Fischtown 3:2 (SO)
05.01.: Fischtown – Towerstars 5:2
07.02.: Fischtown – Towerstars 4:2
Heilbronner Falken - EVL Landshut (20.00)
Die Zwischenrunden-Bilanz des EV Landshut ist alles andere als zufriedenstellend: Bei sechs Auftritten sprangen gerade zwei Siege heraus. Der Rest waren Niederlagen. „Die letzten Spiele sind nicht so gelaufen, wie wir uns das alle vorgestellt haben“, sagt EVL-Geschäftsführer Christian Donbeck frank und frei. In jedem Fall werde man sich von der Situation und dem Abrutschen auf Rang sechs „nicht verrückt machen“ lassen, sondern „in Ruhe den eingeschlagenen Weg weiter gehen“. Sicherheit gibt den Dreihelmenstädtern dabei, dass sich das Landshuter Lazarett langsam lichtet. Eine Verschnaufpause erhält Top-Scorer Riley Armstrong, der nach überstandener Verletzung für die Aufgaben in den Playoffs geschont werden soll. Christian Donbeck: „Wir sind motiviert und voller Energie.“ Das sollen die Falken zu spüren bekommen. Schließlich haben die Niederbayern mit den Schützlingen von Trainer Igor Pavlov noch eine Rechnung offen: Nachdem der EVL alle vier Duelle in der Hauptrunde gegen die Käthchenstädter gewinnen konnte, gab es ausgerechnet beim Start in die Zwischenrunde daheim ein bitteres 3:4 – und das nach einer komfortabel scheinenden 3:0-Führung. Wenn das nicht nach Revanche ruft! Bei den Falken fällt Jannis Andersons aus, der in der vergangenen Woche am Knöchel operiert wurde. Zwar konnte Marco Habermann wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, ein Einsatz kommt aber wahrscheinlich noch zu früh.
Die bisherigen Ergebnisse:
13.09.: Falken – Landshut 3:4
22.10.: Landshut – Falken 7:2
29.11.: Falken – Landshut 0:5
03.01.: Landshut – Falken 7:3
07.02.: Landshut – Falken 3:4
Der 7. DEL2-Zwischenrundenspieltag im Überblick:
EC Bad Nauheim - Bietigheim Steelers (19.30 Uhr)
Lausitzer Füchse - ESV Kaufbeuren (19.30)
SC Riessersee - Starbulls Rosenheim (20.00)
Dresdner Eislöwen - Eispiraten Crimmitschau (20.00)
Ravensburg Towerstars - Fischtown Pinguins (20.00)
Heilbronner Falken - EVL Landshut (20.00)