Pinguins und Steelers setzen sich ab
Gaudet staunt über vier Powerplay-Tore und zieht „den Hut vor der Mannschaft“. Bremerhaven Teammanager Prey mahnt zur Bescheidenheit. Freiburg hat für den Sieg gelernt – Linsenmaier erstmals im Stadion.
Die Bietigheim Steelers eilen von Sieg zu Sieg– doch der große Konkurrent Fischtown Pinguins findet immer wieder die richtige Antwort. Meister und Vizemeister schaukeln sich seit Wochen gegenseitig hoch und haben sich nun ein wenig von der Konkurrenz abgesetzt. „Temporär sieht es so aus, dass beide Clubs einen kleinen Vorteil haben. Aber ich bin überzeugt davon, dass es eng bleiben wird“, sagte Bremerhavens Teammanager Alfred Prey nach einem perfekten Wochenende.
Mit Erfolgen gegen die Starbulls Rosenheim (3:2) und bei den Löwen Frankfurt (6:3) am Sonntag widerstand die Mannschaft von Trainer Ben Doucet erneut dem Dauerdruck der Steelers. Die gewannen bei den Dresdner Eislöwen (6:2) und gegen die Lausitzer Füchse (7:4) und liegen weiter zwei Zähler hinter dem Kontrahenten der diesjährigen Finalserie. "Ich ziehe meinen Hut vor der Mannschaft", sagte Kevin Gaudet. Vor sechs Wochen hatte der Kanadier nach einer 3:7-Niederlage der Steelers in Freiburg noch gerätselt, was mit seinen Spielern los ist. Die Pleite war offenbar der richtige Warnschuss.
Mittlerweile produzieren die Steelers wieder Ergebnisse, wie in der vergangenen Saison. Gegen die Lausitzer Füchse, die im ersten Drittel ein starkes Spiel machten, sorgten die Special Teams bei den Steelers für die Entscheidung. Mit vier Powerplay-Toren in nicht einmal vier Minuten zog Bietigheim vorentscheidend auf 5:1 davon. "In meinen 25 Jahren als Trainer habe ich es noch nicht erlebt, dass eine Mannschaft in vier Minuten vier Powerplay-Tore schießt", sagte Gaudet.
Als Bietigheim gegen Weißwasser das Kommando übernahm, drehten die Pinguins in Frankfurt richtig auf und machten aus einem 2:3 in ein 6:3. „Ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben. Besonders auf Grund unserer Leistung ab Mitte des zweiten Drittels geht dieser Sieg auch in dieser Höhe absolut in Ordnung“, sagte Coach Doucet. „Wir haben eine Mannschaft, die nie aufgibt und jedes Spiel gewinnen will“, sagte Prey, mahnte aber auch „Bescheidenheit“ an.
Die wird in Freiburg gelebt. „Ich habe mir den Sieg für die Fans gewünscht. Es ist ein Wahnsinn, dass sie in den vergangenen Wochen so bedingungslos hinter uns gestanden haben“, sagte EHCF-Trainer Leos Sulak nach dem 6:1-Sieg gegen die Eispiraten Crimmitschau, den auch Gewaltopfer Niko Linsenmaier live miterlebte. Der Stürmer, der vor drei Wochen bei einer Attacke einen Schädelbasisbruch erlitten hatte, war erstmals wieder in der Franz-Siegel-Halle.
Für die Breisgauer war es der erste Erfolg nach zuvor neun Niederlagen in Folge. „Wir haben das ganze Wochenende gut gespielt, schon in Garmisch hätten wir gewinnen können“, sagte Sulak zum 3:4 nach Verlängerung beim SC Riessersee am vergangenen Freitag und fügte an: „Wir haben in der Länderspielpause hart gearbeitet. Wir befinden uns in einem Lernprozess. Ich hoffe, dass wir wieder etwas gelernt haben.“