Riessersee und Landshut behalten die Nerven
Die bayrischen Traditionsclubs hatten im verbissenen Kampf um die Playoffs am Sonntag die besten Nerven. Der SC Riessersee feierte dabei einen 4:2-Sieg gegen Hauptrundenmeister Bietigheim Steelers, der EV Landshut ein 3:2 gegen die Ravensburg Towerstars. Die Starbulls Rosenheim machten einen 0:3-Rückstand wett und gewannen 4:3 nach Penaltyschießen gegen den EC Bad Nauheim. Damit sind Rosenheim und auch Landshut weiter Kandidaten für die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale. Wie Bad Nauheim mussten die Lausitzer Füchse und Dresdner Eislöwen herbe Dämpfer hinnehmen. Die Füchse verloren gegen den Zweiten Kassel Huskies 2:4 (Foto: Thomas Heide) und haben als Zehnter nur einen Zähler Vorsprung auf die Eislöwen. Die erlitten beim 1:5 gegen Frankfurt die sechste Niederlage in Folge. Die Aufsteiger Frankfurt und Kassel haben damit weiter Toppositionen nach Abschluss der Hauptrunde im Visier. Auch Meister Fischtown Pinguins mischt nach dem 2:1-Arbeitssieg in Heilbronn weiter ganz oben mit. Eher statistischen Wert hatte das 5:2 der Eispiraten Crimmitschau gegen Schlusslicht ESV Kaufbeuren.
Starbulls Rosenheim – EC Bad Nauheim 4:3 (0:3, 1:0, 2:0, 0:0, 1:0) SO
Dank eines großartigen Comebacks haben die Starbulls Rosenheim die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale weiter fest im Visier. Die Mannschaft von Trainer Franz Steer wurde in den Gästen aus Bad Nauheim zwar im ersten Drittel kalt erwischt, raufte sich dann aber zusammen und drehte die Partie im Penaltyschießen. Dort trafen Mario Valery-Trabucco, Stephen Schultz und Andrej Strakhov. Für die Hessen war es nach einem starken Auftakt eine schmerzliche Niederlage. Anstatt sich im engen Rennen um die Playoff-Qualifikation vor den letzten Spielen ein wenig Luft zu verschaffen, beträgt der Vorsprung auf den elften Rang nur zwei anstatt möglicher vier Punkte. Für die Mannschaft von Petri Kujala war es die erste Niederlage nach zuvor vier Siegen in Serie.
Tore: 0:1 Dusan Frosch (7:59), 0:2 Max Campbell (9:10/PP1), 0:3 Dusan Frosch (16:33), 1:3 Stephen Schultz (21:36), 2:3 Timothy Kunes (48:26/PP1), 3:3 Stephen Schultz (50:34), 4:3 Stephen Schultz (SO)
Zuschauer: 2.029
SC Riessersee – Bietigheim Steelers 4:2 (1:1, 3:1, 0:0)
Für den neuen Trainer Maurizio Mansi war es vielleicht einer der bislang wichtigsten Siege. Die Garmischer zeigten gegen den Hauptrunden-Meister, dass sie in die Playoffs gehören. Die Tore kamen zum richtigen Zeitpunkt, und man hatte die Nerven im Griff. Das bewies Julian Eichinger mit einem verwandelten Penaltyshot zum wichtigen 2:1. Für Riessersee war es der fünfte Sieg in den vergangenen sechs Spielen. Damit hat der SCR in den verbleibenden vier Spielen auch noch Möglichkeiten auf die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale. Bietigheim steht seit vergangenem Wochenende bereits als erster Viertelfinalist fest und hat Heimrecht einschließlich einer möglichen Finalserie. Auch am Sonntag fehlte unter anderem Topscorer David Wrigley. Die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet konnte die erste Niederlage im abschließenden vierten Vergleich mit Riessersee verschmerzen.
Tore: 1:0 Andreas Pauli (4:37), 1:1 Frederik Cabana (10:20), 2:1 Julian Eichinger (26:57/PS), 3:1 Florian Vollmer (29:25), 3:2 Marcus Sommerfeld (30:18/PP1), 4:2 Lubor Dibelka (34:47/PP1)
Zuschauer: 1.503
EV Landshut – Ravensburg Towerstars 3:2 (1:1, 2:1, 0:0)
Die Heimstärke hält den EV Landshut weiter auf Playoff-Kurs. Der EVL feierte den vierten Sieg in Folge auf eigenem Eis, und mit Ravensburg und davor Meister Fischtown Pinguins (6:4) wurden dabei Topteams der Liga besiegt. An der Bande der Gastgeber stand noch Co-Trainer Ewald Steiger, Anton Krinner war aber bereits das zweite Spiel in offizieller Funktion für Landshut tätig. Der EVL bestätigte die gute Form der vergangenen Wochen, in denen es in acht Spielen sechs Siege gab. Ravensburg hingegen verlor vier der letzten fünf Spiele und rutschte auf Rang fünf ab. Auswärts gab es zuletzt drei Niederlagen in Folge. Die Mannschaft von Trainer Daniel Naud verlor 16 der 23 Auswärtsspiele in dieser Saison und drei der vier gegen Landshut.
Tore: 0:1 Fabio Carciola (13:45), 1:1 Bill Trew (15:10), 2:1 Peter Baumgartner (23:53), 3:1 Paul-John Fenton (24:40), 3:2 Brian Roloff (27:12),
Zuschauer: 2.688
Dresdner Eislöwen – Löwen Frankfurt 1:5 (0:0, 1:3, 0:2)
Die Löwen marschieren unaufhaltsam in Richtung Playoff-Viertelfinale. Nach dem dritten Sieg in Serie und dem fünften in den vergangenen sechs Spielen ist für den Aufsteiger sogar Heimrecht in der Runde der letzten acht Mannschaften möglich. Nick Mazzolini machte in Dresden mit seinen drei Toren den Unterschied aus. Guter Rat ist hingegen teuer für die Dresdner Eislöwen. Die sportliche Krise kommt bei der Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch zu einer Unzeit. Auch zuhause läuft es nicht, nachdem man zuvor eine Serie von fünf Auswärtsspielen in Folge mit Niederlagen abgeschlossen hatte. Popiesch hatte vor den Special Teams der Löwen gewarnt. Diesmal war es aber nicht das Powerplay der Gäste, das den Unterschied ausmachte. Zwei Gegentore in eigener Überzahl waren für die Eislöwen zu viel. Noch ist man in Schlagdistanz, aber in den verbleibenden vier Spielen kann Dresden sich nicht mehr viel leisten.
Tore: 0:1 Richard Mueller (22:55/SH1), 0:2 Nick Mazzolini (35:09), 1:2 Carsten Gosdeck (37:14/PP1), 1:3 Nick Mazzolini (39:51/SH1), 1:4 Nick Mazzolini (45:40), 1:5 David Elsner (58:21/PP1)
Zuschauer: 2.831
Eispiraten Crimmitschau – ESV Kaufbeuren 5:2 (2:1, 1:0, 2:1)
Für beide Mannschaften war es nur ein Ergebnis für die Statistik. Sowohl die Eispiraten als auch Schlusslicht Kaufbeuren suchen die richtige Mischung für die Playdowns. Dass Crimmitschau für den Kampf um den Klassenerhalt gerüstet scheint, zeigt das Ergebnis gegen Kaufbeuren. Die Joker hatten am Freitag gegen Heilbronn endlich wieder ein Erfolgserlebnis. In die Nähe eines Sieges kamen die Gäste im Sahnpark allerdings nur kurzfristig.
Tore: 0:1 Rob Kwiet (6:07), 1:1 Martin Heinisch (11:42), 2:1 Marvin Tepper (13:49/PP1), 3:1 Eric Lampe (37:58), 4:1 Jan Tramm (51:20), 4:2 Rob Kwiet (54:25/PP1), 5:2 Matthias Forster (55:39)
Zuschauer: 1.768
Lausitzer Füchse – Kassel Huskies 2:4 (0:1, 2:2, 0:1)
Die Kassel Huskies haben die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale direkt vor Augen. Nach dem Erfolg bei den Lausitzer Füchsen kann die Mannschaft von Trainer Rico Rossi bereits im nächsten Spiel gegen den SC Riessersee alles klar machen. „Wir haben die Playoffs fast geschafft. Das macht uns alle stolz. Wir haben viel Geduld bewiesen, clever gespielt und drei wichtige Punkte geholt“, sagte Rossi. Für die Huskies ist natürlich mehr drin, auf den zweiten Rang hinter Bietigheim ist der Aufsteiger weiterhin erster Anwärter. Bei den Füchsen ist nach der dritten Niederlage in Folge die Stimmung im Keller. „Wir haben ein mentales Problem. Niemand will in die Abstiegsrunde. Dementsprechend sind wir verkrampft. Auch unsere Leistungsträger rufen nicht ihr Potential. Dazu kommt unser schlechtes Powerplay“, sagte Trainer Dirk Rohrbach am Sonntagabend. Rang zehn ist es derzeit mit einem Punkt Vorsprung auf den sächsischen Rivalen Dresdner Eislöwen. Das Nachholspiel am Dienstag bei Meister Fischtown Pinguins ist im Kampf um die Playoffs eminent wichtig.
Tore: 0:1 Mathias Müller (9:48), 0:2 Adriano Carciola (20:59), 1:2 Dennis Palka (31:08), 1:3 Daniel Schmölz (31:51), 2:3 Jens Heyer (35:44/EA), 2:4 Daniel Schmölz (59:40/PP1)
Zuschauer: 2.177
Heilbronner Falken – Fischtown Pinguins 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)
Am Ende zählt nur das Ergebnis und nicht das Wie. Gegen die Heilbronner Falken hatte der Meister in dieser Saison seine Schwierigkeiten. Am Sonntagabend war das nicht anders. Trotzdem stand am Ende der siebte Sieg in den vergangenen acht Spielen, mit dem die Mannschaft von Trainer Mike Stewart den dritten Tabellenplatz behauptete. Bremerhaven hat noch Nachholspiele gegen die Lausitzer Füchse und die Löwen Frankfurt und dadurch noch alle Optionen im Kampf um den zweiten Rang nach Abschluss der Hauptrunde. Für den Vorletzten aus Heilbronn war es die siebte Niederlage in Folge.
Tore: 0:1 Tomas Schmidt (8:14), 1:1 Dustin Cameron (36:03/SH1), 1:2 Björn Bombis (38:01)
Zuschauer: 1.015
48. Spieltag (Sonntag, 15. Februar 2015)
Starbulls Rosenheim – EC Bad Nauheim 4:3 (0:3, 1:0, 2:0, 0:0, 1:0) SO
SC Riessersee – Bietigheim Steelers 4:2 (1:1, 3:1, 0:0)
EV Landshut – Ravensburg Towerstars 3:2 (1:1, 2:1, 0:0)
Dresdner Eislöwen – Löwen Frankfurt 1:5 (0:0, 1:3, 0:2)
Eispiraten Crimmitschau – ESV Kaufbeuren 5:2 (2:1, 1:0, 2:1)
Lausitzer Füchse – Kassel Huskies 2:4 (0:1, 2:2, 0:1)
Heilbronner Falken – Fischtown Pinguins 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)