Rossi verlängert Pause – Kassel verliert den Auftakt
Huskies kommen drei Minuten später in die Overtime und verlieren in Unterzahl gegen Landshut
Der Abend begann für die Kassel Huskies mit einem stolzen Moment. DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch ehrte am Freitag vor dem Playoff-Auftaktspiel gegen den EV Landshut Scorerkönig Mike Collins für die 81 Punkte (27 Tore/54 Assists) in 51 Hauptrunden-Spielen. 5.484 Zuschauer waren dabei und spendeten den verdienten Beifall. Neben Collins stand Huskies-Manager Joe Gibbs, dem der Stolz über den dritten Vorrundenplatz des Aufsteigers anzusehen war. An der Zusammenstellung dieser Mannschaft hatte Gibbs seinen Anteil, weshalb er von der Fachzeitschrift Eishockey News zum Manager des Jahres gekürt wurde.
So schön der Abend für die Huskies also begann, so enttäuschend endete er. In den Playoffs werden gemeinhin die kleinsten Fehler bitter bestraft. Den entscheidenden im ersten Spiel der Viertelfinal-Serie machte Kassels Coach Rico Rossi. „Die Niederlage ist bedauerlich“, sagte Rossi zum 2:3 nach 41 Sekunden der Verlängerung. „Dass wir zu spät aus der Kabine kamen, muss ich auf meine Kappe nehmen.“ Was war passiert? Rico Rossi ließ seine Spieler nach 60 Minuten Hochspannung beim Stande von 2:2 für die Verlängerung 18 Minuten Luft holen. Gestattet sind vor der Overtime laut Regelwerk aber nur 15. Dafür gab es vom Schiedsrichtergespann eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Spielverzögerung. Die Gäste aus Landshut nutzten das eiskalt aus und brachten ihre Big Guns. Peter Abstreiter auf PJ Fenton, der zu Patrick Jarrett – und Lights out! Der EVL machte sich mit dem Sieg in Spiel 1 und dem Vorteil des Heimrechts auf den Weg zurück gen Süden. Zurück blieben ernüchterte Gastgeber. „In den Playoffs gibt es veränderte Regeln bei den Verlängerungen. Das wussten wir, doch wir haben es an dieser Stelle nicht beachtet“, sagte Trainer Rico Rossi.
Es war die kurioseste Entscheidung an einem unglaublichen Auftakt-Abend. Fünf der sechs Spiele – die Playdowns Bad Nauheim-Kaufbeuren (4:3 OT) und Crimmitschau-Heilbronn (6:5 OT) eingeschlossen - gingen in die Verlängerung. In der regulären Spielzeit, aber auch nur knapp, jubelten die Löwen Frankfurt beim 4:2 gegen die Ravensburg Towerstars. Fehlstarts gerade noch vermeiden konnten die beiden Vorjahres-Finalisten und Topteams der regulären Saison. Markus Gleich bescherte Hauptrundenprimus Bietigheim Steelers mit seinem zweiten Tor ein 2:1 nach Verlängerung gegen den Vorrunden-Zehnten Dresdner Eislöwen. Die Gäste aus Sachsen waren durch Petr Macholda knapp vier Minuten vor der Schlussirene in Führung gegangen und hatten eine faustdicke Überraschung vor Augen. Doch Gleich traf postwendend zum 1:1.
Meister Fischtown Pinguins musste Schwerstarbeit gegen den zweiten Pre-Playoff-Sieger aus Rosenheim verrichten. Doch Routinier Pawel Dronia brachte mit seinem Overtime-Treffer die vollbesetzte Arena am Wilhelm-Kaisen-Platz zum Kochen. Einen Marathon gab es im Sahnpark in Crimmitschau. In einem spektakulären Duell ließ Jamie MacQueen die Gastgeber nach 83:14 Minuten über sein Unterzahltor jubeln. Dabei sah die Mannschaft von Trainer Chris Lee schon nach einer 5:2-Führung wie der sichere Sieger aus. Aber Heilbronn rettete sich dank einer furiosen Aufholjagd mit drei Powerplay-Toren innerhalb von 2:37 Minuten in die Verlängerung. Die hätte man selbst beenden können. Aber T.J. Fast scheiterte mit einem Penaltyshot an Crimmitschaus Goalie Ryan Nie.