Spiel der Woche: Ein Derby und eine schwarze Serie
Bietigheim und Ravensburg begegnen sich auf Augenhöhe. Wenn da nicht diese einseitige Bilanz wäre...
Am Freitagabend stehen sich in der EgeTrans Arena mit den Bietigheim Steelers und den Ravensburg Towerstars zwei auf den ersten Blick ebenbürtige baden-württembergische Rivalen gegenüber.
In der Tabelle nur einen Punkt voneinander getrennt und statistisch in vielen Belangen gleich stark oder weniger stark unterwegs, gibt es einen gravierenden Unterschied: Die Towerstars haben die letzten fünf Derbys gegen Bietigheim gewonnen. Diese schwarze Serie wollen die Steelers am Freitagabend unbedingt beenden.
BIETIGHEIM WILL KONSTANZ
13 Punkte aus zehn Partien stehen für die Bietigheim Steelers bislang zu Buche. Mit durchschnittlich 3,4 Toren pro Spiel gehört die Mannschaft von Head Coach Tim Kehler zu den offensivstärkeren Teams der Liga. Auch das Powerplay kann sich mit einer Erfolgsquote von 23,1 Prozent sehen lassen.
Auf der anderen Seite stehen allerdings 3,5 Gegentreffer pro Partie und eine Unterzahlquote von 71,8 Prozent. In den vergangenen fünf Spielen sammelten die Steelers acht Punkte, zwei Mal ging man als Sieger vom Eis. Topscorer Cole Fonstad kommt auf 12 Zähler, davon sechs Tore. Im Spiel gegen Ravensburg soll nun auch die Konstanz im eigenen Auftritt eine größere Rolle spielen.
FONSTAD SETZT AUF TEMPO UND HEIMVORTEIL
Trotz seines persönlich erfolgreichen Starts sieht Fonstad bei seiner Mannschaft noch Luft nach oben: „Wir sind ganz ordentlich in die Saison gestartet. Wir haben ein Team mit viel Potenzial, müssen das aber konstanter aufs Eis bringen“, erklärt der Angreifer. Insbesondere der Umgang mit Führungen und das konsequente und erfolgreiche Beenden von Partien seien Bereiche, in denen sich Bietigheim verbessern müsse.
Für das Duell mit Ravensburg setzt Fonstad auf ein einfaches, direktes Spiel: „Wir müssen unserem Spiel vertrauen, selbstbewusst auftreten und jederzeit mit der nötigen Entschlossenheit spielen.“ Dabei sollen die eigene Geschwindigkeit und die Unterstützung der Fans in der EgeTrans Arena zum Vorteil werden: „Wir können uns glücklich schätzen, in einer der besten Atmosphären der Liga spielen zu dürfen.“
RAVENSBURG MIT STARKEM POWERPLAY
Die Towerstars reisen mit 14 Punkten und Platz 7 im Gepäck nach Bietigheim. Sechs Siege aus zehn Spielen stehen bislang zu Buche, zuletzt gelangen drei Erfolge in den vergangenen fünf Partien – alle jedoch nicht in regulärer Spieldauer. Mit durchschnittlich 3,3 Toren pro Spiel ist die Offensive ähnlich produktiv wie die der Steelers. Besonders im Powerplay weiß Ravensburg zu überzeugen: Eine Quote von 32,3 Prozent ist ein wesentlicher Trumpf der Mannschaft.
Defensiv fällt die Bilanz mit 3,4 Gegentoren pro Spiel ähnlich wie die der Steelers aus, während die Unterzahlquote bei 77,8 Prozent liegt. Mark Rassell führt die interne Scorerliste mit 13 Punkten an und erzielte davon acht Treffer.
BALANCE ALS ZENTRALER FAKTOR
Für Rassell liegt eine Stärke des Ravensburger Spielsystems unter Trainer Johan Pennerborn in der Verbindung von offensiver Freiheit und defensiver Stabilität. „Natürlich ist ihm die Arbeit in der Verteidigung wichtig, aber er gibt uns gleichzeitig die Freiheit, offensiv eigene Akzente zu setzen“, erklärt der Angreifer. Mittel zum Erfolg sei es, sich im Angriffsdrittel festzusetzen, Druck aufzubauen und den Gegner offensiv zu ermüden, ohne dabei die Absicherung zu vernachlässigen. Gegen Bietigheim sei das Rezept klar: „Wir müssen clever spielen.“
Mit Blick auf die Playoff-Serie der vergangenen Saison, in der sich beide Teams über sieben Spiele duellierten, warnt Rassell vor der offensiven Qualität der Steelers. „Unser eigenes Tor zu verteidigen, muss oberste Priorität haben. Gleichzeitig müssen wir über 60 Minuten konzentriert spielen und uns unsere Torchancen erarbeiten.“
Ob die Towerstars den sechsten Derbysieg in Serie feiern werden oder ob die Steelers endlich den Bann brechen werden, erlebt ihr am Freitag in der EgeTrans Arena ab 19:30 Uhr. Wer nicht vor Ort sein kann, hat die Möglichkeit, das Spiel der Woche live bei Sporteurope.TV zu verfolgen.