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Spieltag der Überraschungen in der DEL2

Bad Nauheim beendet mit einem 5:3 die Serie des Spitzenreiters aus Bremerhaven. Schlusslicht Heilbronn feiert 5:0-Shutout gegen Bietigheim, Kaufbeuren siegt 7:3 in Ravensburg.

Spieltag der Überraschungen in der DEL2
Sven Peter/Hansepixx

Spieltag der faustdicken Überraschungen in der DEL2: Der EC Bad Nauheim knackte am Freitagabend mit einem 5:3-Sieg in der Eisarena Bremerhaven die Serie von Spitzenreiter Fischtown Pinguins, der zuvor zehnmal in Serie gewonnen hatte. Liga-Schlusslicht Heilbronner Falken sorgte mit dem 5:0 im Derby gegen Meister Bietigheim Steelers aber für den Paukenschlag des 25. Spieltags. Und der ESV Kaufbeuren stürmte nach einem 0:2-Rückstand zu einem 7:3 bei den Ravensburg Towerstars. Die verloren den dritten Rang an die Löwen Frankfurt, die sich dank Nick Mazzolini 5:3 gegen den SC Riessersee durchsetzten. Die Kassel Huskies gewannen nach 1:3-Rückstand mit 4:3 im Shootout bei den Starbulls Rosenheim.  Nicht ganz alltäglich war auch Freiburgs 2:1 -Sieg nach Penaltyschießen bei den Dresdner Eislöwen. Nicht unerwartet dagegen kam das 4:0 der Eispiraten Crimmitschau im Sachsenderby gegen die Lausitzer Füchse.

Löwen Frankfurt - SC Riessersee 5:3 (1:0, 1:2, 3:1)

Frankfurts Trainer Tim Kehler hatte zu Wochenbeginn schlechte Nachrichten erhalten. Goalie Antti Ore wird den Hessen länger fehlen. Dafür spielte am Freitag Henning Schroth. Immerhin meldeten sich Christoph Krabitzky und Nick Mazzolini für, während der angeschlagene Nils Liesegang weiter ausfiel. Bei den Gästen sah es noch düsterer aus, Trainer Tim Regan hatte nur ein Miniaufgebot dabei. Neben Eric Johansson fehlte Louke Oakley. Goalie Joey Vollmer war zwar im Kader, aber es spielte Ilya Sharipov. Die über 4.000 Zuschauer sahen aber dennoch eine hochspannende Auseinandersetzung, in der beide Mannschaften sich nichts schenkten. Bis kurz vor dem Ende stand das Spiel auf des Messers Schneide – dann folgte der großartige Schlussakkord für die Hausherren dank Nick Mazzolinis Doppelpack. Der fünfte Jahrestag der Club-Gründung konnte also mit einem Sieg gefeiert werden. Für die Garmischer war es ein undankbares Ende, sie mussten die dritte Niederlage in Folge hinnehmen.

Tore: 1:0 Stefan Chaput (9:57/PP1), 1:1 Julian Eichinger (28:14), 2:1 Kris Sparre (29:43), 2:2 Mattias Beck (39:21), 3:2 Brett Breitkreuz (41:21), 3:3 Jesse Schultz (45:30), 4:3 Nick Mazzolini (57:51), 5:3 Nick Mazzolini (59:55/EN)
Zuschauer: 4.156

Dresdner Eislöwen - EHC Freiburg 1:2 (0:0, 1:1, 0:0, 0:0, 0:1) SO

Dresdens Coach Thomas Popiesch konnte wieder auf Verteidiger René Kramer setzen, der nach Verletzungspause in den Kader zurückkehrte. Auch die zuvor fraglichen Arturs Kruminsch und Dominik Grafenthin waren dabei, Goalie Brett Jaeger war wieder im Kader als Backup von Marvin Cüpper.  Zudem kamen vom Kooperationspartner Eisbären Berlin Jonas Schlenker und Vladislav Filin. Doch gegen die zuletzt starken Freiburger taten sich die Eislöwen schwer. Die Gunst einer Führung durch Marius Garten konnte das Popiesch-Team nicht nutzen. Der Ausgleich der Breisgauer war angesichts des Shorthanders von Marc Wittfoth umso schmerzlicher. Im Shootout verdienten sich die Gäste den ersten Sieg nach zuvor drei Niederlagen – und der war durchaus bemerkenswert.  Dresden musste die fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Spielen hinnehmen.

Tore: 1:0 Marius Garten (21:53), 1:1 Marc Wittfoth (27:40/SH1), 1:2 David Vrbata (SO)
Zuschauer: 2.107

Starbulls Rosenheim - EC Kassel Huskies 3:4 (1:1, 2:1, 0:1, 0:0, 0:1) SO

Rosenheims Trainer Franz Steer musste kurzfristig auf Verteidiger Peter Lindlbauer verzichten. Seine Mannschaft knüpfte zunächst an die Leistung beim 5:4 im Derby gegen den SC Riessersee an. Doch nach einer scheinbar beruhigenden 3:1-Führung kamen die Gäste aus Nordhessen noch einmal stark auf. Trainer Rico Rossi fehlte zwar Teamtopscorer Taylor Carnevale, aber es sprangen andere in die Bresche. Carter Proft sorgte für die Verlängerung, und Jamie MacQueen für die Entscheidung im Shootout. Kassel gewann damit die letzten sechs Spiele gegen Rosenheim, rechnet man die vergangene Saison mit ein. Zudem war es für die Huskies der siebte Sieg in den vergangenen neun Spielen. Der Rückstand zum Zweiten Bietigheim beträgt nun noch vier Punkte.

Tore: 0:1 Lennart Palausch (12:50), 1:1 Dominik Draxlberger (18:51), 2:1 Tyler McNeely (21:31), 3:1 David Vallorani (26:53/PP1), 3:2 Manuel Klinge (30:12), 3:3 Carter Proft (58:31), 3:4 Jamie MacQueen (SO)
Zuschauer: 2.297

Ravensburg Towerstars - ESV Kaufbeuren 3:7 (1:0, 2:3, 0:4)

Alles sprach an diesem Freitagabend für die Ravensburger: Sieben Siege aus den vergangenen acht Spielen, beste Offensive der Liga und eine 2:0-Führung. Was dann kam, hätte wohl niemand unter den Towerstars-Anhängern erwartet. Die Gäste, die zuvor dreimal in Serie verloren hatten, drehten mächtig auf. Dabei fehlten Trainer Mike Muller weiterhin wichtige Spieler wie Mitch Versteeg, Josh Burnell und Michael Baindl.  Dafür erwischte DEL2-Meister Chris St. Jacques mal wieder einen Sahnetag und erzielte drei Tore. Möglicherweise erinnerten sich die Gäste auch an das 8:2 im ersten Duell mit den Towerstars. So etwas kann durchaus stimulierend wirken.

Tore: 1:0 Brian Roloff (18:21), 2:0 Austin Smith (23:38), 2:1 Daniel Menge (24:47), 2:2 Chris St. Jacques (25:05), 2:3 Max Lukes (27:24), 3:3 Brandon MacLean (30:42), 3:4 Chris St. Jacques (45:54), 3:5 Daniel Oppolzer (50:11/PP1), 3:6 ChrisSt. Jacques (58:46/EN), 3:7 Florian Thomas (59:45)
Zuschauer: 3.089

Heilbronner Falken - Bietigheim Steelers 5:0 (1:0, 2:0, 2:0)

Nicht nur die Zuschauer in Heilbronn mussten sich die Augen reiben. Die Mannschaft von Trainer Mannix Wolf haute am Freitagabend richtig einen raus. Erstmals seit knapp drei Jahren gewannen die Falken wieder ein Heim-Derby gegen die Steelers. Damit trog der Eindruck der vergangenen Wochen nicht, denn der größte Coup in dieser Saison war der vierte Sieg in den vergangenen fünf Spielen. Das muss den Falken weiteren Auftrieb geben. Zur Krönung des Abends durfte sich der während der Saison verpflichtete Eric Hartzell über den Shutout freuen. Und die Steelers? Der Meister leistete sich nach dem 3:7 in der Startphase der Saison beim Aufsteiger aus Freiburg die nächste richtige Auszeit. Nach der Pleite in Freiburg hatte sich die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet vom siebten auf den zweiten Rang vorgearbeitet. Dort stehen die Steelers auch nach dem 25. Spieltag. Aber durch die vierte Niederlage in den vergangenen sieben Spielen rückte die Konkurrenz näher. 

Tore: 1:0 Joseph Lewis (11:51/SH1), 2:0 Matthias Forster (25:19), 3:0 Richard Gelke (34:36), 4:0 Marvin Krüger (53:10), 5:0 Matthias Forster (58:36)
Zuschauer: 2.322

Eispiraten Crimmitschau - Lausitzer Füchse 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)

Ryan Nie bewahrte die Eispiraten zunächst vor einem Rückstand. Möglicherweise war damit das Signal für die Gastgeber gesetzt. Denn im Powerplay versenkte Alexander Höller den Puck per Rückhand ins lange Eck. Der zweite Abschnitt begann etwas hektisch mit kleineren Rangeleien, die Eispiraten blieben danach dran und erhöhten durch Daniel Bucheli. Insgesamt gesehen waren die Westsachsen auch weiterhin die spielbestimmende Mannschaft. Danny Pykasorgte für die Vorentscheidung. Mit diesem Erfolg gab die Mannschaft von Trainer Chris Lee die richtige Antwort auf die 3:7-Niederlage in Ravensburg und die drei Gegentore bei eigener Überzahl. Für die Füchse war es die nächste Enttäuschung in einer bislang unschönen Saison.

Tore: 1:0 Alexander Höller (15:16/PP1), 2:0 Daniel Bucheli (26:41), 3:0 Danny Pyka (36:46), 4:0 John Tripp (48:52)
Zuschauer: 2.805

Fischtown Pinguins - EC Bad Nauheim 3:5 (1:0, 1:2, 1:3)

Top-Torjäger David Stieler war beim Tabellenführer wieder dabei – und traf natürlich auch ins Schwarze. Aber ganz anders als im ersten Duell in der Eisarena Bremerhaven waren die Gäste diesmal voll da. Besonders die Effektivität bei den Roten Teufeln war an diesem Abend der entscheidende Faktor gegen die derzeit beste Mannschaft der Liga, die wie so oft aus allen Rohren feuerte. Aber Bad Nauheims Goalie Mikko Rämö bot sein ganzes Können auf. Damit sorgte die Mannschaft von Trainer Petri Kujala für einen kleinen Paukenschlag, indem sie den in den zehn Spielen zuvor siegreichen Vizemeister stoppen und selbst den dritten Sieg in Serie feiern konnte. Dennoch hielten die Pinguins den Vorsprung von sechs Punkten auf Meister Bietigheim.

Tore: 1:0 Kevin Orendorz (13:28), 1:1 Kyle Helms (24:29), 2:1 David Stieler (32:55/PP1), 2:2 Joel Keussen (37:52), 2:3 Henri Laurila (43:44/PP1), 3:3 Gabe Guentzel (48:22/PP1), 3:4 Henri Laurila (53:19/PP1), 3:5 Kyle Helms (59:34)
Zuschauer: 4.422

Der 25. Spieltag im Überblick:

Löwen Frankfurt - SC Riessersee 5:3 (1:0, 1:2, 3:1)
Dresdner Eislöwen - EHC Freiburg 1:2 (0:0, 1:1, 0:0, 0:0, 0:1) SO
Starbulls Rosenheim - EC Kassel Huskies 3:4 (1:1, 2:1, 0:1, 0:0, 0:1) SO
Ravensburg Towerstars - ESV Kaufbeuren 3:7 (1:0, 2:3, 0:4)
Heilbronner Falken - Bietigheim Steelers 5:0 (1:0, 2:0, 2:0)
Eispiraten Crimmitschau - Lausitzer Füchse 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)
Fischtown Pinguins - EC Bad Nauheim 3:5 (1:0, 1:2, 1:3)
 

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