Starbulls contra Landshut: In der „Mutter aller Derbys“ geht’s um die Spitze
Diese Konstellation gab es schon lange nicht mehr: Wenn sich die Starbulls aus Rosenheim und der EV Landshut gegenüberstehen, kommt es am 14. DEL2-Spieltag nicht nur zur „Mutter aller Derbys“ zwischen Ober- und Niederbayern, sondern zugleich zum Top-Duell. Der Sieger ist Spitze! Daran würde auch ein Dreier der Bietigheim Steelers gegen Riessersee nichts ändern. Auf einen Ausrutscher der „Eisenmänner“ hofft indes Ravensburg, das im Erfolgsfall gegen Tabellennachbar Dresden selbst auf Rang drei vorrücken könnte. Derweil die Fischtown Pinguine aus Bremerhaven gegen Weißwasser mit dem vierten Sieg in Folge weiter an ihrer Serie basteln wollen, empfängt Neuling Bad Nauheim den ESV Kaufbeuren. Am Tabellen-Ende geben sich die Eispiraten Crimmitschau und Schlusslicht Heilbronn ein Stelldichein.
Starbulls Rosenheim – EVL Landshut (19.30 Uhr)
Schon viele heiße Schlachten lieferten sich beide Teams, doch diese Konstellation gab es lange nicht mehr: Der Erste gegen den Zweiten – und das in der „Mutter aller Derbys“: Ein Aspekt, der diesem ohnehin an Brisanz kaum zu überbietendem Duell noch mal eine ganz besondere Note verleiht. Quasi nebenbei winkt dem Gewinner die Tabellenführung. Beide bayerischen Widersacher gehen mit breiter Brust in die Partie. Klar, denn beide Teams konnten ihre Aufgaben zuletzt mit Bravour erfüllen. Während die Starbulls ihren Ege-Trans-Arena-Fluch mit 4:2 in Bietigheim besiegen konnten, bekam Landshut zuhause beim 7:2 gegen Schlusslicht Heilbronn die Gelegenheit, sein Torverhältnis zu verbessern. Ausfallen werden auf Rosenheimer Seite weiterhin Kim Staal, Shawn Weller, Florian Müller und voraussichtlich auch Maximilian Hofbauer, bei Landshut wird Fabio Wagner fehlen. Die erste Partie konnten die Niederbayern daheim mit 4:2 für sich entscheiden.
Bietigheim Steelers – SC Riessersee (19.30)
Nach zuletzt gerade einem Zähler aus drei Spielen brauchen die Steelers endlich wieder einen Dreier, um die Spitze nicht aus dem Auge zu verlieren. Die erste Möglichkeit dafür erhalten die Schwaben, wenn der SC Riessersee heute in der EgeTrans Arena gastiert. Eine Partie, in der die Rollen klar verteilt scheinen: Die Werdenfelser kommen als Underdog, der jedoch als äußerst bissig eingeschätzt werden muss. Motivation schöpfen die Gäste aus den Vorjahres-Vergleichen: Beide Auswärts-Partien gingen dabei an den SCR, der diesmal aber zu allem Überfluss eine lange Verletztenliste zu beklagen hat. Zu Markus Eberhardt (Handwurzelbruch) und Sepp Staltmayr (Bruch des Schienbeinköpfchens) gesellte sich zuletzt auch Florian Thomas (Fuß), so dass Trainer Toni Krinner seine Reihen umstellen musste. Den ersten Saisonvergleich gewannen die Steelers in Oberbayern mit 4:1.
EC Bad Nauheim – ESV Kaufbeuren (19.30)
Nach der Niederlage in Bremerhaven gab EC-Coach Frank Carnevale seinen Akteuren einen Tag frei, um sich von den Anstrengungen der vergangenen Wochen ein wenig zu erholen. Zeit, die die „Roten Teufel“ hoffentlich genutzt haben, denn mit dem ESV erwartet den Neuling aus der Wetterau wieder ein schwerer Brocken. „Das wird unser bislang größtes Match, denn wir treten gegen einen direkten Konkurrenten an – und der ist derzeit auf dem aufsteigenden Ast", sagt Carnevale, der mindestens bis zur Länderspielpause auf den verletzten Stürmer Kyle Helms verzichten muss. Im Tor wird der Kanadier zudem eine Veränderung vornehmen und zum dritten Mal in dieser Saison - erstmals vor heimischen Publikum - von Beginn an Domenic Bartels für Thomas Ower den Vorzug geben. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir nicht nach hinten, sondern nur nach vorne schauen. Wir wollen mindestens dort bleiben, wo wir momentan stehen. Für uns ist jetzt jedes Spiel ein Finale“, sagt Carnevale vor dem ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison mit den Allgäuern.
Fischtown Pinguins – Lausitzer Füchse (20.00)
Nach drei Siegen in Folge wollen die "Fischtowner" auch gegen die Lausitzer Füchse ihre zuletzt reine Weste sauber halten. Während Geschäftsführer Hauke Hasselbring Dank des guten Vorverkaufs schon jetzt zu den Siegern zählen dürfte, sind die Übungsleiter beider Teams noch damit beschäftigt, die richtigen - und vor allen Dingen effektivsten - Reihen aufs Eis zu schicken. Wenig zu überlegen hat dabei Bremerhavens Mike Stewart, der aufgrund der angespannten Personalsituation kaum Auswahlmöglichkeiten hat. Dennoch gibt sich der Trainer optimistisch: "Wir haben zuletzt bewiesen, dass wir auch mit den uns zur Verfügung stehenden Spielern Großes leisten können.“ Indes haben die Füchse nach dem knappen 1:0-Derbysieg gegen Dresden wieder Selbstvertrauen getankt. Zumal die Pinguine als gar nicht einmal so unbequemer Gegner in der Lausitz gelten: In den letzten zehn Auswärtspartien gab es immer hin fünf Erfolge für die Füchse. Die erste Partie dieser Saison gewannen die Pinguine in Weißwasser mit 4:1.
Ravensburg Towerstars – Dresdner Eislöwen (20.00)
Die Ravensburg Towerstars sind nach dem 6:1 zuletzt gegen Kaufbeuren zurück in der Erfolgsspur – zumindest gelang die eindrucksvolle Rehabilitation für die 4:10-Klatsche zuvor in Crimmitschau. Entsprechend selbstbewusst gehen die Puzzlestädter in die Partie gegen den direkten Tabellennachbarn. „Wir haben lediglich das erste Heimspiel in dieser Saison verloren und das soll auch so bleiben“, gibt sich Towerstars-Trainer Petri Kujala kämpferisch. Die erste Begegnung am 27. September ging mit 4:3 nach Penaltyschießen an die Towerstars. Dabei hatten die Eislöwen bereits mit 3:1 vorn gelegen, ehe Daniel Menge im Shootout als Einziger traf. Eislöwen-Coach Thomas Popiesch muss das Fehlen von vier Stammkräften kompensieren, so dass Artem Klein aus Chemnitz eine Chance erhält. Dagegen sind aus Ravensburg keine personellen Veränderungen zu vermelden. Christopher Oravec laboriert weiterhin an einer Arm-Verletzung, so dass Tobias Bräuner weiter als Mittelstürmer in der zweiten Sturmreihe aufläuft.
Eispiraten Crimmitschau – Heilbronner Falken (20.00)
Vor allem Konstanz fordert Crimmitschaus Coach Fabian Dahlem von seinen Akteuren vor dem Keller-Duell gegen Schlusslicht Heilbronn. Ein Team, das wohl die wenigsten nach einem Viertel der Saison am Tabellen-Ende gesehen hätten. Dabei wollen die Eispiraten den Fokus vor allem auf die Defensive legen, denn die Gäste aus der Käthchenstadt werden mit aller Entschlossenheit aufspielen, um die rote Laterne abzugeben. Genau dies allerdings trachten die Eispiraten zu verhindern, liegen sie doch nur minimale zwei Zähler vor den Heilbronnern auf dem vorletzten Tabellenplatz-Platz. Im ersten Aufeinandertreffen setzten sich die Falken mit 4:3 durch, was am vierten Spieltag den ersten Dreier für das Team von Ken Latta bedeutete. Bei den Gästen fehlen nach wie vor verletzungsbedingt Mike Card, David Danner und Brady Leisenring.
Der 14. DEL2-Spieltag im Überblick:
Starbulls Rosenheim – EVL Landshut (19.30 Uhr)
Bietigheim Steelers – SC Riessersee (19.30)
EC Bad Nauheim – ESV Kaufbeuren (19.30)
Ravensburg Towerstars – Dresdner Eislöwen (20.00)
Fischtown Pinguins – Lausitzer Füchse (20.00)
Eispiraten Crimmitschau – Heilbronner Falken (20.00)