Steelers und Starbulls in der Fremde vor hohen Hürden
Ersatzgeschwächte Starbulls und angeknockte Steelers: 48 Stunden nach ihren jeweiligen Misserfolgen müssen die beiden Spitzen-Teams der DEL2 in der Fremde ran. Während Rosenheim in der Lausitz auf hochmotivierte Füchse trifft, will Bietigheim im hohen Norden bei den Fischtown Pinguinen die erste Auswärts-Niederlage verhindern! Gelingt dies in beiden Fällen nicht, könnte Landshut im Falle eines Sieges gegen Ravensburg der lachende Dritte sein und am 10. DEL2-Spieltag die Tabellenspitze übernehmen. Derweil der SC Riessersee im bayerischen Derby gegen Kaufbeuren den vierten Heim-Erfolg einfahren will, können die Dresdner Eislöwen das Sechs-Punkte-Wochenende gegen Heilbronn perfekt machen. Schlusslicht Crimmitschau steht bei Neuling Bad Nauheim vor einer neuerlichen Nagelprobe.
Dresdner Eislöwen - Heilbronner Falken (16.00)
Beide Clubs setzten am Freitag Ausrufezeichen: Während die Eislöwen als erstes Team in der noch jungen DEL2-Saison drei Zähler aus Rosenheim entführten, schossen sich die Falken beim 8:1 gegen Riessersee den Frust von der Seele und deuteten an, wozu sie fähig sind. Für Eislöwen-Dompteur Thomas Popiesch eigentlich kein Wunder: „Heilbronn galt vor der Saison von der Kader-Zusammensetzung her als einer der Top-Favoriten.“ Diesem Status wurden die Schwaben, bei denen man hofft, dass nun der Knoten endlich geplatzt ist, bis Freitag indes alles andere als gerecht. Nicht zuletzt deshalb übt sich Popiesch in Vorsicht: „Wir stellen uns so ein, dass wir gegen eine absolute Top-Mannschaft spielen. Kadermäßig kleine Teams wie wir müssen immer über sich hinaus wachsen, um zu punkten.“ Beim „Unternehmen dritter Heim-Dreier“ können die Sachsen bis auf die Langzeitverletzten David Hájek (Kompartmentsyndrom) und Feodor Boiarchinov (Innenbandverletzung) auf alle Spieler zurückgreifen.
Fischtown Pinguins - Bietigheim Steelers (17.00)
Ein Duell mit Brisanz: Immer wenn die Fischtown Pinguins mit den Eisenmännern aus Bietigheim in der vergangenen Saison die Kräfte maßen, ging es hoch her: In den vier Begegnungen der Hauptrunde 2012/13 waren insgesamt 38 Treffer zu bestaunen! Am „lustlosesten“ waren die Stürmer dabei in der letzten Partie, als beim 2:6 in Bremerhaven „nur“ acht Tore fielen. Elf waren es beim ersten Duell in der Seestadt, das die Pinguine mit 7:4 dominierten. Beide Teams gewannen in der Vorsaison jeweils zwei Mal – was statistische Vorhersagen kaum möglich macht! Da beide Teams am vergangenen Freitag mit einem Misserfolg ins Wochenende starteten, ist ein Sieg für beide Pflicht. So sieht es auch Bietigheim-Coach Kevin Gaudet: „Am Sonntag müssen drei Punkte her.“ Dabei weiß Gaudet natürlich, dass Bremerhaven immer ein schwerer Gegner ist. Gegenüber den Schwaben plagen sich die Nordlichter mit einigen Verletzungen rum, aber die Mannschaft von Trainer Mike Stewart hat schon oft bewiesen, dass sie sehr unangenehm werden kann, wenn sie mit dem Rücken zur Wand steht.
Lausitzer Füchse - Starbulls Rosenheim (17.00)
Alles hat einmal ein Ende: Diese Erfahrung mussten die Rosenheimer Starbulls am Freitag machen, als der erste Dreier dieser Saison daheim abgegeben wurde. Ganz anders die Lausitzer Füchse, die den Druck auf Crimmitschaus Eispiraten durch ein 6:1 noch einmal erhöhten. In dieser durchaus prekären Situation müssen die Oberbayern in der Lausitz zu allem Überfluss auf sieben Stammspieler verzichten. Alles andere als optimale Bedingungen für die Innstädter. Nichts desto trotz gibt sich Starbulls-Coach Franz Steer kämpferisch: „Wir machen sicher keine Kaffeefahrt in die Lausitz.“ Die Füchse ihrerseits wollen indes unbedingt das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison perfekt machen. Für Optimismus sorgt vor allem die wiedererstarkte zweite Reihe. Seit Scott King am Freitag an die Seite von Peter Boon und Christopher Kjaergaard gestellt wurde, trifft diese Formation endlich wieder. Einziger Wehrmutstropfen beim Freitagssieg, war die Schulterverletzung von Markus Lehnigk. Weißwassers Topscorer wird erst kurz vor Spielbeginn entscheiden, ob es gegen Rosenheim klappt. In der letzten Saison haben die Füchse zwei Spiele gegen die Starbulls verloren und zwei gewonnen.
EVL Landshut Eishockey - Ravensburg Towerstars (18.00)
Zweiter Heim-Auftritt für den EV Landshut an einem Wochenende: 48 Stunden nach dem 5:1 im bayerischen Derby gegen Kaufbeuren, der die Dreihelmenstädter nach Punkten zum Spitzen-Duo aufschließen ließ, hat sich mit Ravensburg ein Team angesagt, das auf Rang vier und in Lauerposition liegt – gerade drei Zähler hinter dem EVL. Selbstbewusstsein haben die Oberschwaben zudem am Freitag gegen Bremerhaven getankt, als daheim ein hart umkämpftes 2:1 glückte. Weiteres gutes Omen für die Gäste: Wenn es in der Vergangenheit gegen Landshut ging, liefen die Abordnungen aus dem Schussental nicht selten zur Hochform auf. Entsprechend weist der „ewige Zweitliga-Vergleich“ bei einem Torverhältnis von 115:134 und 14:24 Siegen aus Sicht der Dreihelmenstädter auch die mit Abstand schlechteste Bilanz seit der Zugehörigkeit zur 2. Liga gegen einen Ligakonkurrenten aus. Da lässt auch die Tatsache, dass es bei durchschnittlich 6,6 Treffern pro Begegnung recht unterhaltsam zugeht, nur wenig Freude aufkommen. Die meisten Tore innerhalb einer Partie fielen in der vergangenen Saison, als es in der Eissporthalle Ravensburg für die Niederbayern ein 5:8 setzte: Höchste Zeit für die Revanche!
EC Bad Nauheim - Eispiraten Crimmitschau (18.30)
Nach dem Auswärtssieg in Bietigheim mit zwei nicht unbedingt einkalkulierten Punkten folgt im Heimspiel am Sonntag die Kür für den EC Bad Nauheim gegen die Eispiraten Crimmitschau, bei denen nach der sechsten Niederlage in Folge ordentlich Dampf im Kessel sein dürfte. Dennoch nehmen die Bad Nauheimer ihren Kontrahenten keinesfalls auf die leichte Schulter: "Ein angeschlagener Boxer ist immer gefährlich", sagt der sportliche Leiter der Roten Teufel, Daniel Heinrizi. Im Colonel Knight-Stadion wird Trainer Frank Carnevale auf die verletzten Patrick Strauch, Kyle Helms und Daniel Ketter verzichten, so dass derselbe Kader wie am Freitag an den Start gehen wird. „Das Match bei den Steelers hat viel Kraft gekostet. Da tun die Ausfälle natürlich doppelt weh", sagt der EC-Headcoach, der mit seinem Team nach zuletzt vier Niederlagen in Serie den Negativ-Trend mit einer kleinen Sensation stoppte: "Dieser Sieg kam genau im richtigen Moment. Wir haben gesehen, was wir in der Lage sind zu leisten. Das wollen wir auch gegen Crimmitschau unseren tollen Fans bieten", so der Italo-Kanadier.
SC Riessersee - ESV Kaufbeuren (18.30)
Beide Teams mussten am Freitag in der Fremde Lehrgeld zahlen und gingen mehr oder minder sang- und klanglos unter: Während die Heilbronner Falken den SC Riessersee mit 8:1 rupften, kam Kaufbeuren in Landshut mit 1:5 unter die Räder. Dass das Team aus dem Allgäu immer für eine Überraschung gut, bewiesen die Siege des ESVK in Heilbronn und Weißwasser. Ein Umstand, der SCR-Macher Ralph Bader Respekt abnötigt: „Kaufbeuren kann jeden Gegner ärgern und ist gefährlich. Es gibt keinen Grund für uns, diesen Gegner zu unterschätzen.“ Bei den Garmischern setzt man deshalb voll auf den Heim-Effekt: Bei drei Siegen in Folge wurden zuletzt 8:1 Tore erzielt. „Im eigenen Stadion herrscht zur Zeit eine tolle Stimmung. Auch unsere Fans tragen mit dazu bei, dass wir zu Hause wieder punkten und gut spielen, das wollen und können wir fortsetzen,“ so SCR-Kapitän Tim Regan.
Der 10. DEL2-Spieltag im Überblick:
Dresdner Eislöwen - Heilbronner Falken (16.00)
Fischtown Pinguins - Bietigheim Steelers (17.00)
Lausitzer Füchse - Starbulls Rosenheim (17.00)
EVL Landshut Eishockey - Ravensburg Towerstars (18.00)
EC Bad Nauheim - Eispiraten Crimmitschau (18.30)
SC Riessersee - ESV Kaufbeuren (18.30)