Towerstars wollen Ruf als „Spitzenreiter-Schreck“ untermauern
Die Verschnaufpause im Kopf, große Herausforderungen vor der Brust: Am 18. Spieltag dürfte es in der DEL2 noch einmal hoch her gehen, ehe in der Länderspielpause (eine kurze) Regeneration angesagt ist. Den dicksten Brocken hat dabei Neu-Tabellenführer Landshut (Foto: Georg Gerleigner) beim Dritten Ravensburg zu schultern. Volle Konzentration ist bei den Niederbayern gefragt, denn Verfolger Rosenheim würde nur zu gern mit einem Sieg in Dresden das „Bäumchen-wechsel-Dich“-Spiel an der Spitze fortsetzen. Ihren Abwärtstrend stoppen wollen endlich die Steelers: Doch auch die Lausitzer Füchse sind angeschlagen – und angeschlagene Gegner sind bekanntlich am gefährlichsten. Derweil Heilbronn mit Gerd Wittmann im Status des neuen Chef-Trainers zuletzt zweimal besiegte Pinguine empfängt, will Schlusslicht Crimmitschau den Abstand zum Feld durch einen Dreier gegen Bad Nauheim nicht zu groß werden lassen. Spielfrei sind Riessersee und Kaufbeuren, die am 12. November aufeinandertreffen.
Lausitzer Füchse – Bietigheim Steelers (19.30 Uhr)
Sechs Niederlagen aus sieben Spielen: Aktuell scheinen die „Eisenmänner“ alles andere als stahlhart. Und jetzt geht’s auch noch in die Lausitz, wo ein Team wartet, das die Punkte mindestens genau so nötig hat, wie die Schwaben. „Das ist kein normales Spiel für uns. Wir müssen vor der Pause jetzt unbedingt noch einmal punkten“, sagt Steelers-Defender Markus Gleich vor der Partie gegen den Tabellen-Elften, dessen Trainer Dirk Rohrbach die Abwehr umbauen muss: Förderlizenzspieler Steve Hanusch kehrt aus Krefeld zurück. Das Hauptproblem der Füchse scheint derzeit die mangelnde Konstanz über drei Drittel hinweg: Immer wieder wurden Führungen mehr oder minder leichtfertig aus der Hand gegeben. Das war so gegen Heilbronn, Rosenheim, Ravensburg - und auch zuletzt im Derby gegen Crimmitschau. Füchse-Trainer Dirk Rohrbach sieht dafür die Disziplinlosigkeit seiner Mannschaft als ursächlich an. „Wir haben unsere Line verlassen und die Gegner mit Harakiri-Aktionen zum Ausgleich eingeladen. Es muss sich jeder an unseren Plan halten, nur dann sind wir erfolgreich“, fordert er. Vielleicht gibt am Ende der Heimvorteil den Ausschlag: In den letzten fünf Partien gelang jeweils das gastgebende Team. Zuletzt siegten die Steelers in der EgeTrans Arena mit 5:1.
Ravensburg Towerstars – EVL Landshut (20.00)
Aller guten Dinge sind drei: Erst rutschte Bietigheim, dann Rosenheim in Ravensburg aus – nun soll mit Landshut ein weiterer Tabellenführer auf Eis gelegt werden. „Wir wissen um die Heimstärke der Towerstars, aber wir wollen auch hier unser Spiel durchziehen“, sagt EVL-Coach Jiri Ehrenberger, dessen erklärtes Ziel es ist, die Tabellenführung mit in die Deutschland Cup-Pause zu nehmen. Dabei verzichten muss Ehrenberger auf Martin Davidek (Nacken), Stephan Daschner (Knie), Stefan Loibl (U18) und Marc Schmidpeter (U20). Die Towerstars ihrerseits gehen mit breiter Brust, aber Respekt in die Partie. „Wir werden mit Sicherheit einen unserer besseren Tage brauchen, um gegen Landshut erfolgreich zu bestehen“, sagt Towerstars-Trainer Petri Kujala. Auch Verteidiger Raphael Kapzan sieht die „Favoritenrolle eher bei den Gästen. Aber wir sind hochmotiviert und wollen unsere Chancen nutzen“, sagt der gebürtige Landshuter. Personell können die Oberschwaben wieder aus dem Vollen schöpfen, da Christopher Oravec nach rund dreiwöchiger Verletzungspause grünes Licht für einen Einsatz bekommen hat. Das Hinspiel hatte Landshut im Penaltyschießen (4:3) gewonnen.
Heilbronner Falken – Fischtown Pinguins (20.00)
So schnell kann`s gehen: Nach fünf Siegen in Serie holten sich die Fischtown Pinguins zuletzt zweimal in der Overtime blutige Nasen. Und das im wörtlichen Sinn. „Die Mannschaft stellt sich bei der Personallage praktisch von allein auf,“ sagt Chef-Coach Mike Stewart mit Blick auf fünf dauerverletzte Pinguine. Trotz oder gerade wegen der Verletzten-Misere: Der Kampfgeist der Fischtowner ist Legende. Daran wird sich auch am Neckar nichts ändern. Nun, da auch Torhüter Brett Jäger auf der Verletztenliste steht, ist Niklas Deske in den Stammkader zurückgekehrt und wird als „Back up“ Jonas Langmann unterstützen. Ansonsten baut Stewart auf sein „drei-Reihen-Kontingent“ und die noch verbliebenen fünf Verteidiger. Chancen auf den fünften Erfolg in der Fremde rechnen sich die Seestädter dennoch aus. Team-Kapitän Marian Dejdar: „Wir fahren nicht zum Spaß nach Heilbronn. Wenn uns die Falken schlagen wollen, müssen sie sich etwas einfallen lassen!“ Darauf indes sollte der Tabelle-Sechste von der Waterkant vorbereitet sein, denn die Falken scheinen spätestens nach ihrem spektakulären 5:2 im Derby bei den Steelers wieder an Flughöhe zu gewinnen. Die erste Partie hatten die Pinguine knapp mit 4:3 dominiert. Bei den Falken wird der bisherige Interimstrainer Gerd Wittmann nun erstmals als „Chef-Trainer“ an der Bande stehen.
Dresdner Eislöwen – Starbulls Rosenheim (20.00)
Sachsen-Coach Thomas Popiesch weiß, was seinem Team bevorsteht. „Rosenheim ist eine perfekte DEL2-Mannschaft, die mit vielen jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs arbeitet und gute Ausländer integriert hat. Außerdem haben sie zwei gute Torhüter und spielen tempohart und sind im Powerplay sehr stark“, charakterisiert der Eislöwen-Chef die Oberbayern respektvoll. Dabei gelten die Sachsen in Sachen Kampfkraft auch nicht gerade als Leichtgewichte. Davon durften sich die Starbulls beim ersten Aufeinandertreffen in Rosenheim ein eigenes Bild machen. Obwohl mit einer 3:2-Führung in den Schlussabschnitt gestartet, drehten die Dresdner eine dramatische Partie mit vier (!) Treffern in der Endphase. Schützenhilfe bekommt das Team aus der sächsischen Hauptstadt diesmal zudem vom Förderlizenz-Partner Eisbären Berlin, die Thomas Supis, Henry Haase und Vincent Schlenker abstellen. Popiesch: „Dadurch werden wir mit vier Sturmreihen agieren können. Nach der Belastung der letzten Tage ist das sicher hilfreich, um den Druck hochzuhalten und konzentrierter zum Abschluss zu kommen." Vielleicht ein Mittel, um die Starbulls nochmals zu bezwingen. Denn das 1:2 zuletzt daheim gegen Riessersee machte deutlich: Der Akku der Rosenheimer ist leer, die vielen Ausfälle, gepaart mit englischen Wochen, haben deutliche Spuren hinterlassen. Dass sein Team in Dresden kein leichter Gang erwartet, weiß auch Trainer Franz Steer: „Jeder errungene Punkt ist uns willkommen.“
Eispiraten Crimmitschau – EC Bad Nauheim (20.00)
Aufbruch oder Ausrutscher: 72 Stunden nach dem knappen Triumph im prestigeträchtigen Sachsen-Derby bei den Lausitzer Füchsen möchte Schlusslicht Crimmitschau gegen den ambitionierten Neuling Bad Nauheim auch daheim neugewonnene Stärke demonstrieren. Mit dem Team aus der Wetterau verbinden die Westsachsen durchaus gute Erinnerungen. Schließlich konnte die erste Begegnung im Hessischen mit 3:0 gewonnen werden. Den Fehler, die Roten Teufel zu unterschätzen, werden die Eispiraten jedoch kaum machen. Fakt ist: Das Team von Gäste-Coach Frank Carnevale verfügt über einen tiefen Kader haben, der immer für eine Überraschung gut ist. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Bad Nauheim die daheim verlorenen Zähler nur zu gern zurückholen möchte. „Meine Mannschaft hat in den letzten Wochen einen Lernprozess durchlaufen, denn nun können wir auch enge Spiele gewinnen", sagt der kanadische Trainer der Roten Teufel, der noch einmal auf Kyle Helms (Rückenverletzung) verzichten muss, ansonsten aber alle Mann an Bord hat. Mit etwas Zählbarem könnte man den Abstand auf den neunten Platz weiter ausbauen, zumal der EC ein Spiel weniger absolviert hat als die Konkurrenz.
Der 18. DEL2-Spieltag im Überblick:
Lausitzer Füchse – Bietigheim Steelers (19.30 Uhr)
Ravensburg Towerstars – EVL Landshut (20.00)
Heilbronner Falken – Fischtown Pinguins (20.00)
Dresdner Eislöwen – Starbulls Rosenheim (20.00)
Eispiraten Crimmitschau – EC Bad Nauheim (20.00)