Weihnachts-Kehraus als Marathon-Start: Acht Spiele in 17 Tagen
Weihnachts-Stress mal anders: Acht Spiele in 17 Tagen bringen die DEL2-Clubs kollektiv ins Schwitzen. Den Auftakt macht der Weihnachts-Kehraus am 31. DEL2-Spieltag mit drei Derbys: Derweil in Kaufbeuren der SC Riessersee gastiert, empfangen die Dresdner Eislöwen das Team aus Weißwasser zum sächsischen Kräftemessen und sieht sich Meister Bietigheim mit den Heilbronner Falken konfrontiert. Vier Tage nach Übernahme der Tabellenführung bekommen es die Starbulls im Spitzenspiel mit aufstrebenden Towerstars zu tun (Foto: Kim Enderle). Verfolger Landshut scheint nach drei Niederlagen in Folge in Crimmitschau vor einer lösbaren Aufgabe zu stehen, ebenso wie die Fischtown Pinguins, die den personell gebeutelten Neuling Bad Nauheim empfangen. Attraktive Ansetzungen, die volle Arenen erwarten lassen!
Starbulls Rosenheim - Ravensburg Towerstars (18.00)
Tabellenführer gegen den Dritten: Mehr Spitzenspiel geht (fast) nicht. Dies zumal beide Mannschaften nach zuletzt souveränen Auftritten und jeweils Sechs-Punkte-Wochenenden mit breiter Brust in den Weihnachts-Kehraus gehen. Dabei dürfen sich die Fans im voraussichtlich proppevollen Kathrein-Stadion auf das Duell zweier Teams freuen, deren Stil perfekt aufeinander abgestimmt scheint: Während die Towerstars ihr Heil zumeist in der Offensive suchen, mögen es die Starbulls kompakter. Nicht zuletzt in Anbetracht der Brisanz des Duells, pokert Rosenheims Trainer Franz Steer in Sachen Starbulls- Formation: Bis zuletzt lässt er offen, ob Tyler McNeely und Maximilian Hofbauer wieder mitwirken werden. Towerstars-Coach Petri Kujala schwant, was seine Männer an der Mangfall erwartet: „Eine Wahnsinns-Stimmung, da müssen wir hochkonzentriert und von der ersten Sekunde an bereit sein.“ Personell kann Ravensburg bis auf den langzeitverletzten Kapitän Brian Maloney und Thomas Botzenhardt (U20-WM) aus den Vollen schöpfen, nachdem Verteidiger Stefan Langwieder seine Disziplinarstrafe abgesessen hat und auch Stephan Vogt nach überstandener Grippe wieder an Bord ist. Beim ersten Aufeinandertreffen hatten sich die Starbulls daheim mit 4:2 behauptet, im Rückspiel setzte sich Ravensburg im Shutout mit 3:2 durch.
Eispiraten Crimmitschau - EVL Landshut (18.00)
Nagelprobe für die Eispiraten: Innerhalb von vier Tagen bekommen es die Ost-Sachsen gleich mit drei DEL2-Spitzenteams zu tun. Den Auftakt macht am zweiten Weihnachtstag der Tabellenzweite aus Landshut, ehe Meister Bietigheim und die Fischtown Pinguine folgen: Keine Zeit, um zur Besinnung zu kommen. Dies zumal die Niederbayern mit dem Frust von drei Niederlagen in Folge – und der Übergabe der Tabellenführung an den Erzrivalen Rosenheim – nach West-Sachsen reisen. Geht es nach den Eispiraten, kann die Negativserie der Dreihelmenstädter in Crimmitschau durchaus ihre Fortsetzung finden. Die Saisonbilanz spricht allerdings dagegen. Denn die beiden bisherigen Duelle gingen mehr oder minder deutlich an Landshut: Während es in der ersten Begegnung ein 7:1 gegeben hatte, setzten sich die Niederbayern in der zweiten Partie im Schlussdurchgang mit 4:2 durch. Klar, dass Trainer Jiri Ehrenberger die „Zeit der Weihnachtsgeschenke für beendet“ erklärt hat. Da Peter Abstreiter ebenso aller Voraussicht nach nicht spielen kann, wie Fabio Wagner (U20-WM in Schweden) und Stefan Loibl (bei U18-Nationalmannschaft), kann Ehrenberger diesmal keine vier Sturmreihen aufbieten. Zusätzliche Brisanz gewinnt der sächsisch-bayerische Vergleich durch das Duell der drei Liga-Topscorer Harrison Reed (51/21/30) und Max Campbell (50/20/30) auf Eispiraten-Seite und Riley Armstrong (48/18/30) bei den Landshutern.
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse (18.00)
Körperlich und mental Kraft tanken: Mit dieser Aufgabe hatte Eislöwen-Chef Thomas Popiesch sein Team in eine kurze Weihnachts-Pause vor dem ausverkauften Sachsen-Derby gegen die Lausitzer Füchse geschickt. „Der Kader von Weißwasser ist erstklassig besetzt und gehört zu den Besten der Liga. Die Mannschaft wurde im Saisonverlauf immer wieder punktuell verstärkt. Wir wissen um die Klasse der zwei starken Torhüter und natürlich auch um die Offensivkraft der Füchse", sagt Popiesch, der von seinem Team Aggressivität und Laufbereitschaft fordert und den Aufwärtstrend der Gäste stoppen will: „Geschenke werden sicher von beiden Seiten nicht verteilt werden." Verzichten muss Popiesch im Derby definitiv auf Felix Thomas. Der Verteidiger hatte sich beim Spiel in Bietigheim den Daumen gebrochen und trägt zunächst eine Schiene. Erst wenn die Schwellung zurückgegangen ist, kann darüber entschieden werden, ob eventuell sogar eine Operation nötig ist. „Wir hoffen, dass es nicht dazu kommt und Felix schnell zurückkehren kann", sagt Popiesch. Über den Einsatz von Eisbären-Förderlizenzspieler Thomas Supis wird erst kurz vor der Partie entschieden. Den Berliner plagen weiterhin Kopfschmerzen. Die Bilanz der beiden bisherigen Treffen ist ausgeglichen: Während die Dresdner das Auftaktspiel in Weißwasser mit 4:1 für sich entscheiden konnten, siegten die Füchse beim Gastspiel in der Landeshauptstadt mit 1:0.
Bietigheim Steelers - Heilbronner Falken (18.00)
Das Schwaben-Derby soll den Steelers Glück und den siebten Sieg in Folge bringen: Lange recht schwergängig unterwegs, ist der Meister mittlerweile ins Rollen gekommen und hat sich mit Tuchfühlung zur Spitze im Vorderfeld etabliert. Doch obwohl die Falken bis dato noch nicht so recht an Flughöhe gewinnen konnten, stecken die Derbys mit den „Eisenmännern“ immer voller Brisanz. Am 2. November war mal wieder so ein Tag, als Heilbronn beim ersten Einsatz von Trainer Igor Pavlov die Steelers ausgerechnet in deren EgeTrans Arena mit 5:2 abfertigte. „In den Derbys gegen Heilbronn ist immer alles möglich, egal wie es in der Tabelle aussieht. Aber so etwas wie beim letzten Spiel darf uns nicht mehr passieren“, sagt Steelers-Trainer Kevin Gaudet. Zumindest wissen die Bietigheimer wie es ist, gegen die Käthchenstädter zu gewinnen: Im ersten Duell hatte es ein hart umkämpftes 3:2 gegeben. Während Bietigheim in Bestbesetzung antreten kann, wird Steven Bär in der Verteidigung sein Comeback geben. Nach wie vor nicht dabei sein werden Pat Baum und Marco Habermann.
Fischtown Pinguins - EC Bad Nauheim (18.00)
Nach der überraschend souveränen Leistung, mit der die Pinguine zuletzt dem EVL Landshut in dessen Gefilden das Weihnachtsfest gründlich vermasselt hatte, wollen die Fischtowner auch den eigenen Fans einen Dreier auf den Gabentisch legen. Schnelles und attraktives Eishockey sollen die wieder prall gefüllten Ränge am Bremerhavener Wilhelm-Kaisen-Platz live erleben. Ausflüchte wegen des erneut stark dezimierten Pinguin-Kaders lässt Trainer Mike Stewart nicht gelten: „Wir konnten zuletzt beweisen, dass uns auch der Ausfall von bewährten Stammkräften wie Marian Dejdar, Mark Kosick oder Patrik Beck nicht aus der Bahn wirft.“ Für Bad Nauheims Jan Guryca wird die Reise an die Nordsee zu einem Trip in die Vergangenheit: Der Goalie-Zugang der Roten Teufel stand vor drei Jahren zwischen den Pfosten der Nordseestädter und wird bei seinem Debüt für das Team aus der Wetterau damit auf seinen Ex-Club treffen. Ebenfalls sein erstes Match für die Kurstädter wird Verteidiger Mitch Versteeg bestreiten – nach gerade mal zwei Trainingseinheiten mit ihrem neuen Team. „Beide sind routiniert genug, um sich nahtlos ins Team einzufügen", sagt EC-Coach Frank Carnevale, der beim Gastspiel in der Hansestadt erneut auf Kevin Lavallee verzichten wird. Nach wie vor verletzt sind die drei Verteidiger Daniel Ketter, Dan Ringwald und Chris Heid sowie Stürmer Dennis Reimer. Während der Neuling die Pinguine im ersten Duell mit 5:3 überraschen konnte, machten die Nordlichter in der zweiten Partie kurzen Prozess mit dem Team aus der Wetterau (7:4).
ESV Kaufbeuren - SC Riessersee (18.00 Uhr)
Der ESV Kaufbeuren hat auf die sportliche Talfahrt reagiert und sich an Weihnachten mit Stürmer Konstantin Firsanov beschert. Der 31jährige ist kein Unbekannter im deutschen Profi-Eishockey und sogar mit DEL-Erfahrung aus seiner Zeit in Nürnberg und Augsburg ausgestattet. Zuletzt ging der läuferisch starke und technisch versierte Deutsch-Russe in der Oberliga für den Königsborner EC auf die Puckjagd. Firsanov steht ausgerechnet im Oberbayern-Derby gegen den SC Riessersee vor seiner Feuertaufe. Trainer Didi Hegen traut Firsanov zu, diese zu erfolgreich zu bestehen: „Konstantin gibt unserem Kader nicht nur mehr Tiefe, sondern auch Qualität. Dazu liebt er das Körperspiel und verfügt über einen guten Schuss."
Mit nun 13 Zählern Rückstand auf die Playoffs haben die Joker ihr Saisonziel korrigiert: In den drohenden Playdowns will man sich eine gute Ausgangsposition erarbeiten, um den Gang in die Abstiegsrunde zu vermeiden. Dennoch machen die Werdenfelser nicht den Fehler, ihren Kontrahenten zu unterschätzen. „Angeschlagene Boxer sind am gefährlichsten“, sagt Trainer Toni Krinner, der sich nur zu gut an die beiden bisherigen Vergleichen – beide überdies in Riessersee - erinnern kann: Im ersten Duell gab es ein herbes 1:5 für den SCR, beim zweiten Aufeinandertreffen glückte im Shutout ein 3:2. Geschenke wird es trotz – noch weihnachtlicher Stimmung – keinesfalls geben. „Es besteht eine gewachsene Freundschaft zwischen unseren Clubs, aber die muss im Kampf um Punkte ruhen“, sagt SCR-Geschäftsführer Ralph Bader.
Der 31. DEL2-Spieltag im Überblick:
Starbulls Rosenheim - Ravensburg Towerstars (18.00)
Eispiraten Crimmitschau - EVL Landshut (18.00)
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse (18.00)
Bietigheim Steelers - Heilbronner Falken (18.00)
Fischtown Pinguins - EC Bad Nauheim (18.00)
ESV Kaufbeuren - SC Riessersee (18.00 Uhr)