Zweites Saisonviertel beginnt mit Spitzenduell Kassel-Bietigheim
Dritter empfängt den Spitzenreiter / Meister Fischtown will die Wende beim Top-Team Dresden / Kaufbeuren sucht weiter nach dem Erfolgserlebnis – gegen Landshut
Das erste Viertel einer langen Saison in der DEL2 ist gespielt, das zweite startet am Sonntag. Dass Vizemeister Bietigheim Steelers als Tabellenführer in das Gastspiel bei den Kassel Huskies (Foto: City-Press) geht, war durchaus zu erwarten. Dass der Aufsteiger als Tabellendritter daraus das Schlagerspiel des 14. Spieltags macht, hätte wohl kaum einer vorausgesagt. Die Huskies sind neben der Mannschaft der Stunde aus Dresden zurzeit das Thema in der DEL2. Die Mannschaft von Trainer Rico Rossi gewann am Freitag trocken 3:1 bei den Fischtown Pinguins – und fügte dem Meister nach dem Erfolg im Continental Cup in der Liga einen weiteren Nackenschlag zu. Und die Mannschaft von Trainer Mike Stewart tritt nun bei den Eislöwen an, die mit dem 6:5 im Shootout in Landshut den sechsten Sieg in Serie feierten. Ein 6:1 für die Pinguins wie im ersten Aufeinandertreffen dürften hier die wenigsten erwarten.
Lausitzer Füchse – Eispiraten Crimmitschau (17.00 Uhr)
Mit Rückenwind gehen die beiden Kontrahenten in das zweite Sachsenderby dieser Spielzeit. Die Füchse untermauerten mit dem 5:2 in Heilbronn ihre Ambitionen im Kampf um die Playoff-Plätze. Und Zugang Oliver Mebus konnte seine gigantischen Maße im ersten Spiel für die Mannschaft von Trainer Dirk Rohrbach entscheidend einbringen, als der 2,06-m-Mann seine Reichweite zum 2:1 nutzte. Nun aber wollen die Füchse den zweiten Sieg gegen Crimmitschau nach dem 3:2 im ersten Spiel. Daheim lief es zuletzt prächtig mit den Siegen gegen Meister Fischtown (5:3) und Vize Bietigheim (7:6 SO). Aber auch die Eispiraten haben neuen Mut geschöpft mit einem 4:1 gegen den EC Bad Nauheim, der am Freitag als Tabellenvierter in das Spiel gegangen ist, und das Tabellenende verlassen. „Jeder kann jeden schlagen in dieser Liga. Wir müssen aufpassen, dass wir wie gegen Dresden keine dummen Fehler machen, wenn wir die Punkte einsacken wollen“, sagte Marvin Tepper mit Blick auf das 6:7 gegen Dresden, wo man bis dreieinhalb Minuten vor dem Ende noch 6:3 geführt hatte.
Bisher:
19.09.2014: Crimmitschau – Füchse 2:3
ESV Kaufbeuren – EV Landshut (18.30)
Vielleicht helfen den Spielern des ESV Kaufbeuren die guten Erinnerungen an das erste Derby in dieser Saison in Landshut. Damals feierte die Mannschaft von Uli Egen den dritten Sieg im dritten Spiel. Am Freitag endete die Talfahrt durch das 1:4 in Rosenheim auf dem letzten Tabellenplatz. Es war die achte Niederlage in Folge. Doch den Mut scheint man beim ESVK nicht zu verlieren. Uli Egen attestierte seiner Mannschaft in Rosenheim eine ordentliche Leistung im ersten Drittel und im Schlussabschnitt. Nur das Mitteldrittel ärgerte den Coach, da wurde das Spiel durch Strafzeiten aus der Hand gegeben. Beim EVL geht es in dieser Saison hin und her. Positiven Ergebnissen folgen Rückschläge. Am Freitag hätte die Mannschaft von Andreas Brockmann um ein Haar ein großartiges Comeback gemeistert. Doch im Penaltyschießen traf als einziger Schütze Arturs Kruminsch zum 6:5 der zurzeit bärenstarken Gäste. Immerhin gelang den Landshutern nach einem 1:4-Rückstand beim Debüt von Brad Staubitz noch eine rasante Aufholjagd, die mit einem Punkt belohnt wurde.
Bisher:
19.09.2014: Landshut – Kaufbeuren 1:2
Ravensburg Towerstars – Heilbronner Falken (18.30)
Die Saison begann für Ravensburg vortrefflich – mit einem Auswärtssieg in Heilbronn nach 0:2-Rückstand. Doch seitdem hat sich bei den Spielern von Daniel Naud eine hartnäckige Auswärtsproblematik festgefressen. Nicht selten haben die Leistungen in der Fremde durchaus gestimmt – doch die Scheibe landete eben nicht oft genug im gegnerischen Tor. In Riessersee blieb den Towerstars sogar ein Treffer verwehrt. Sechs Auswärtsniederlagen sind es nun am Stück – und vier insgesamt in Serie. Die Falken reisen derzeit lieber, das hat das 2:5 gegen die Lausitzer Füchse gezeigt. Die Bilanz in der Fremde kann sich für Heilbronn mit drei Siegen in sechs Spielen sehen lassen.
Bisher:
12.09.2014: Heilbronn – Ravensburg 2:5
Kassel Huskies – Bietigheim Steelers (18.30)
Kassels Trainer Rico Rossi brachte es nach dem 3:1 bei Meister Fischtown Pinguins ganz auf den Punkt: „Wir spielen im Moment einfach gut und haben auch am Freitag gut gespielt. Sicher in der Defensive, stark in der Offensive und natürlich auch mit einem guten Torwart.“ Der Aufsteiger feierte den dritten Sieg in Folge und empfängt nun den Vizemeister aus Bietigheim. „Bietigheim ist eine erfahrene, sehr starke und technisch versierte Mannschaft, die Fehler und Leichtsinn sofort bestraft. Und im Gegensatz zu Bremerhaven ist Bietigheim als Tabellenführer voller Selbstbewusstsein, genau wie wir“, sagte Rossi, der auf ein stimmungsgeladenes Duell setzt: „Für das Spiel am Sonntag erhoffe ich mir, dass wir bei einer gut gefüllten Halle den Schwung mitnehmen, ohne leichtsinnig zu werden. Gelingt uns das, haben wir eine Chance.“ Die gibt es für jeden Gegner. Mitaufsteiger Frankfurt zeigte es am Freitag, als man einen 0:2-Rückstand egalisierte und erst in der Verlängerung durch Jason Pinizzottos Tor verlor.
Bisher:
14.09.2014: Bietigheim – Kassel 5:3
EC Bad Nauheim – Starbulls Rosenheim (18.30)
Man darf in Bad Nauheim gar nicht daran denken, wie man dastehen könnte, wenn es auswärts besser laufen würde. Die Mannschaft von Trainer Petri Kujala wäre vermutlich Spitzenreiter Bietigheim auf den Fersen. In der Realität verlor Bad Nauheim am Freitag mit dem 1:4 in Crimmitschau am Freitag das vierte Auswärtsspiel in Folge – lediglich ein Erfolg in der Fremde konnte man bis dato feiern. "Wir haben alles versucht, doch hatten wir nicht den Biss und die Aggressivität, um Crimmitschau zu schlagen", sagte Kujala. Auf die Heimstärke setzt man nun im Spiel gegen Rosenheim. „Sonntag müssen wir gegen Rosenheim wieder anders auftreten und unsere Heimstärke ausspielen“, sagte Kujala. Die Gast-Mannschaft von Trainer Franz Steer zog sich mit einem 4:1 gegen Kaufbeuren aus dem Tief des vergangenen Wochenendes, an dem man herbe Niederlagen gegen die Aufsteiger Kassel (2:7) und Frankfurt (1:5) kassierte. Besonders freute sich Starbulls-Trainer Franz Steer über die vorentscheidenden drei Powerplay-Tore gegen Kaufbeuren im Mittelabschnitt: „Vor dem Spiel hatten wir um die fünf Prozent Quote, die haben wir ordentlich nach oben geschraubt.“
Bisher:
14.09.2014: Bad Nauheim – Rosenheim 3:4
Dresdner Eislöwen – Fischtown Pinguins (18.30)
Das 1:6 gegen den Meister am 3. Spieltag war für die Dresdner Eislöwen tatsächlich der einzige Ausfall im bisherigen Saisonverlauf. Am Sonntag stehen die Vorzeichen deutlich anders. Die Mannschaft von Trainer Andreas Popiesch feierte mit dem 6:5 im Shootout beim EV Landshut den sechsten Sieg in Serie – die Fischtown Pinguins befinden sich nach nur zwei Punkten aus zuletzt sechs Spielen mitten auf einer sportlichen Durststrecke. "Gerade bei einem starken Gegner wie Landshut auswärts so einen Erfolg feiern zu können, stärkt das Selbstvertrauen der Mannschaft ", sagte Popiesch, dessen Team vom letzten auf den vierten Tabellenplatz vorrückte. Die Pinguins hingegen schöpften am vergangenen Wochenende mit drei überzeugenden Siegen im Continental Cup ihr volles Vermögen aus, bringen dies aber nicht in der Liga auf das Eis. „Der Treffer hat uns das Momentum genommen, danach war meine Mannschaft fast wie versteinert“, sagte Trainer Mike Stewart zum 0:1. „Im Moment haben wir wirklich kein Glück. Wir bleiben ruhig, werden das Spiel analysieren, und am Sonntag greifen wir wieder an.“ Das muss man an der Elbe aber ohne Brett Jaeger, Jaroslav Hafenrichter, Ralf Rinke und Sam Verelst. Dresdens Coach Popiesch rechnet trotzdem mit Fischtown: "Der erste Auftritt von Bremerhaven in unserer Halle war beeindruckend. Auch wenn das Team am Freitag keine Punkte holen konnte, bin ich mir sicher, dass gerade die Erfolge im Rahmen des Continental Cups Selbstvertrauen gebracht haben."
Bisher:
14.09.2014: Dresden – Pinguins 1:6
Löwen Frankfurt – SC Riessersee (18.30)
Die Löwen waren in Bietigheim nah dran, letztendlich reichte es nach einer erfolgreichen Aufholjagd zu einem Punkt beim Tabellenführer. Kein schlechtes Ergebnis für die Mannschaft von Trainer Tim Kehler mit Blick auf das Heimspiel gegen den SC Riessersee. Die letzte Vorstellung auf eigenem Eis vor einer Woche gegen Rosenheim war äußerst überzeugend (5:1). Der SCR hat sich mit einem 2:0 gegen die Ravensburg Towerstars weiteres Selbstvertrauen geholt. Es war für die Mannschaft von Trainer Toni Krinner der zweite Sieg in Serie. „Ich bin sehr zufrieden, denn Ravensburg war sicherlich nicht schlecht, aber wir haben kaum etwas zugelassen, weil wir läuferisch sehr stark sind“, sagte Krinner. Der will für das Frankfurt Spiel noch über die Torwartfrage entscheiden. Als Ersatz für Stammgoalie Joey Vollmer spielen entweder Niklas Treutle oder Korbi Sertl. Treutle vom DEL-Partner EC Red Bull München sicherte gegen Ravensburg den Shutout. „Wir haben schon vor der Saison gesagt, dass diese Mannschaft mit diesen Voraussetzungen ein sicherer Playoff Kandidat ist. Wir sind am Bornheimer Hang nicht der Favorit, sondern die Heimmannschaft, die mit Ken Magowan enorm an Qualität gewonnen hat“, sagte Krinner zu Frankfurt. Der frühere Mannheimer Magowan machte in Bietigheim sein erstes Spiel für die Löwen.
Bisher:
12.09.2014: Frankfurt – Riessersee 2:4
Der 14. DEL2-Spieltag (26. Oktober 2014) im Überblick:
Lausitzer Füchse – Eispiraten Crimmitschau (17.00 Uhr)
ESV Kaufbeuren – EV Landshut (18.30)
Ravensburg Towerstars – Heilbronner Falken (18.30)
Kassel Huskies – Bietigheim Steelers (18.30)
EC Bad Nauheim – Starbulls Rosenheim (18.30)
Dresdner Eislöwen – Fischtown Pinguins (18.30)
Löwen Frankfurt – SC Riessersee (18.30)