„Coole“ Spiele bringen Eislöwen und Starbulls tolle Gegner
Rosenheim „unglaublich diszipliniert“ ins Viertelfinale gegen Bremerhaven / Dresdens Spezialisten freuen sich auf Bietigheim
Disziplin und Gelassenheit waren am Dienstag die Schlüssel zum Sieg in den „Do-or-Die“-Spielen der Pre-Playoffs in der DEL2. Die Starbulls Rosenheim und die Dresdner Eislöwen durften nach 4:1-Siegen gegen die Lausitzer Füchse beziehungsweise den SC Riessersee über den Einzug in das Playoff-Viertelfinale jubeln. Der verdiente Lohn: Rosenheim darf nun Meister Fischtown Pinguins fordern, Dresden den überragenden Hauptrunden-Primus Bietigheim Steelers.
“Wir haben heute unglaublich diszipliniert gespielt”, sagte Starbulls-Trainer Franz Steer nach dem letztlich klaren 4:1-Erfolg im Spiel 3 gegen die Füchse. “Wir hatten keine so guten Spiele am Freitag und am Sonntag, und der Sieg in Weißwasser war natürlich glücklich. Aber heute haben wir verdient gewonnen.” Dem war nicht zu widersprechen. Weißwasser hatte einen Start nach Maß in die kurze Serie nach dem Modus „best of three“ gefeiert und dank eines starken ersten Drittels 4:2 gewonnen. Am Sonntag führte das Team von Trainer Dirk Rohrbach zweimal und erspielte sich eine Chance nach der anderen. Aber „Rookie des Jahres“ Timo Herden im Tor der Rosenheimer hielt sein Team im Spiel. Am Ende sprang schließlich ein 3:2 nach Verlängerung durch das Siegtor von Simon Fischhaber heraus.
Dirk Rohrbach trauerte dem Sonntagsspiel nach, das “wir nicht hätten verlieren dürfen. Die Serie haben wir nicht heute verloren, sondern am Sonntag”, sagte der Füchse-Coach. Für Weißwasser reichte es damit nur zum Minimalziel direkter Klassenerhalt. Dabei hätte es mehr für die Lausitzer sein müssen. Zwischenzeitlich waren die Füchse als Dritter eines der Topteams der Liga. Aber ein schwacher Januar sorgte für einen Sturz auf Rang neun nach Abschluss der Hauptrunde. Und dieser Platz wurde auch erst in den letzten vier Spielen gesichert. Ein Grund waren die vielen Ausfälle in der intensiven Zeit um Weihnachten und Neujahr. Für eine Unwucht sorgte so zum Beispiel die gut dreiwöchige Verletzungspause von Jonas Johannsson. Jetzt steht eine lange Auszeit an. Die Starbulls hingegen freuen sich über eine wohltuend kurze Spielpause bis Freitag. Da geht es in Spiel eins in Bremerhaven ans Eingemachte. Dort hat das Steer-Team noch etwas gutzumachen. Das letzte der vier Duelle in der ausgeglichenen Hauptrunden-Serie verlor Rosenheim in der Arena am Wilhelm-Kaisen-Platz mit 2:8.
Alle vier Spiele verloren die Eislöwen gegen Bietigheim. Einen Haltungspunkt gab es im letzten Duell am 13. Februar mit dem 4:5 nach Verlängerung. Seinerzeit hatte Dresden gegen das Ausnahmeteam von Trainer Kevin Gaudet aber eine 4:1-Führung nicht halten können. Mut machen vor dem ersten Viertelfinale am Freitag in Bietigheim die beiden Siege in den Pre-Playoffs in Garmisch. Besonders freute Trainer Thomas Popiesch der Auftritt seines Teams im entscheidenden Spiel. Nichts war von Nervosität nach dem 2:5 gegen Riessersee trotz einer 2:0-Führung im Heimspiel am Sonntag zu sehen. „Heute wollten wir unsererseits eine coole Partie zeigen, dem Gegner keine Räume für Torchancen bieten. Das ist uns gelungen. Der SC Riessersee konnte sich nicht so viele Möglichkeiten wie in den letzten beiden Spielen erarbeiten. Wir haben in den richtigen Momenten die Treffer erzielt. Nach dem Anschlusstreffer hat Garmisch Druck gemacht, aber auch diese Phase haben wir dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einer guten Torhüterleistung mit Bravour überstanden. Unser Sieg ist letztlich verdient“, sagte Popiesch. Die Special Teams der Dresdner machten den Unterschied aus. Allein mit seinem Unterzahltor zum 1:0 nach nicht einmal fünf Minuten ließ Steven Rupprich den Garmischern gehörig die Luft raus. Eine Vorentscheidung war dann praktisch schon Rupprichs 2:0 im Powerplay kurz vor Ende des ersten Abschnitts.
Die Enttäuschung beim SCR war spürbar, hatte man doch auf einen Schub durch den Sieg in Dresden gehofft. „Glückwunsch an Dresden. Das Team hat heute viel Druck gemacht. Wir hingegen sind nicht ins Spiel gekommen, konnten uns nur wenige Chancen erarbeiten und waren nicht energisch genug. Ich hatte nach dem Spiel am Sonntag auf Emotionen gehofft, aber die Kraft war nicht da“, sagte Riessersees Trainer Maurizio Mansi. Hinter den Garmischern liegt eine bewegte Saison, unter anderem mit dem Abgang von Toni Krinner. Wochenlang hatte der Traditionsclub zudem mit personellen Engpässen zu kämpfen. Angesichts dessen darf man den siebten Rang nach Abschluss der Hauptrunde durchaus als Erfolg bewerten.