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Text: DEL2

„Diese Saison hat neue Maßstäbe gesetzt“

DEL2-Geschäftsführer Rudorisch im Interview: „In Sachen Verzahnung voll im Plan“ / Boom in den Arenen: 1,15 Millionen Zuschauer

„Diese Saison hat neue Maßstäbe gesetzt“
City-Press

Gerade wurde mit den Bietigheimer Steelers der Meister in der DEL2 gekürt: Finale einer Saison, die für DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch „neue Maßstäbe gesetzt“ hat. Nach einem Jahr seiner Tätigkeit sieht der neue DEL2-Chef seine Liga auf einem guten Weg. Ein Zuschauer-Rekord mit 1,15 Millionen Fans in den Arenen dokumentiert dies. DEL-2.org unterhielt sich mit dem 36 Jahre alten Sachsen.

René Rudorisch, die zweite DEL2-Saison ist Geschichte. Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?

Wir haben eine unglaublich spannende und sportlich ausgeglichene Hauptrunde mit tollen Playoffs und einem dramatischen Finale der besten beiden Teams erlebt. Das hat sich auch in phantastischen Zuschauerzahlen ausgedrückt. Insgesamt kamen 1,15 Millionen Fans in die Arenen. Damit haben wir erstmals überhaupt die Eine-Millionen-Marke in der Geschichte der zweiten Liga geknackt. Mit Fug und Recht kann man sagen: Diese Saison hat neue Maßstäbe gesetzt.

Was waren für Sie die Highlights?

Das war sicher die Finalserie zwischen Bietigheim und Bremerhaven mit sehr intensiven und hochklassigen Begegnungen. Überraschend war für mich, wie gut unsere Aufsteiger im ersten Jahr mithalten konnten. Wobei wir mit Kassel und Frankfurt natürlich zwei eishockeyverrückte Standorte mit viel Erfahrung aus Profizeiten dazu bekommen haben, die sich nicht zuletzt auch für den Zuschauer-Boom mitverantwortlich gezeichnet haben. Bitter ist der Abstieg der Heilbronner Falken. Wir verlieren hier einen soliden und potenten Standort. Andererseits kommt mit den Wölfen Freiburg ein traditioneller, DEL-erfahrener Standort, in die Liga. Es wird spannend zu sehen, wie schnell sich die Wölfe etablieren können. Die Unterstützung der Liga dafür haben sie.

Sie führen seit einem knappen Jahr die Geschäfte in der zweithöchsten deutschen Profiliga. Wie schwer ist Ihnen die Umstellung vom Geschäftsführer eines Clubs zum Liga-Chef gefallen?

Ich hatte mich in den letzten Jahren ja bereits sehr intensiv mit den Liga-Themen beschäftigt. Insofern war das keine große Umstellung. Dennoch muss man natürlich komplett umdenken. Während man auf Club-Ebene allein auf seinen Verein fokussiert ist, gilt es als Liga-Geschäftsführer natürlich die Belange aller 14 Standorte zu berücksichtigen und bestmöglich zu fördern. Darüber hinaus sind bei uns ja auch noch der DEB und die DEL Gesellschafter. Auch deren Interessen sind zu beachten. Für mich ist das eine große Herausforderung, die großes Entwicklungs-Potenzial hat.

Die DEL2 hat ihren Sitz ebenso wie die DEL in Neuss. Hat die enge Zusammenarbeit die erhofften Synergien gebracht?

Die enge Kooperation mit der DEL - noch dazu in gemeinsamen Büroräumen -  ist im Hinblick auf das Zusammenwachsen beider Ligen eine wichtige Voraussetzung. Die DEL2 - und damit auch ich - können von den Erfahrungen der DEL nur profitieren. Dabei war für mich die schnelle Akzeptanz durch DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und sein Team sehr wichtig. Gerade bei der nötigen Überarbeitung unserer Regelwerke und der Umstellung unseres Lizenzprüfungsverfahrens haben wir große Unterstützung durch die DEL erfahren. Das gilt natürlich auch für den Medienbereich und den Spielbetrieb.

Wo sehen Sie in der Entwicklung der DEL2 den meisten Spielraum?

Wir müssen als Liga wirtschaftlich stabiler werden. Es gilt, den professionellen Außenauftritt und das Erscheinungsbild weiter zu verbessern. Wir wollen interessant sein für Partner, die mit uns die Entwicklung einer aufstrebenden Profiliga voran bringen wollen und hoffen, dass dies natürlich auch auf eine Verbesserung der Vermarktung durchschlägt. Darüber hinaus gilt es, die mediale Reichweite zu steigern. Mit ServusTV und Sprade-TV haben wir bereits zwei starke Partner. ServusTV hat 30 Berichte und eine Zusammenfassung des DEL2-Finales gesendet und Sprade-TV erreichte als Spitzenwert 2.003 Abrufe. Wenn man bedenkt, dass pro Abruf fünf Euro fällig sind und die Erlöse voll den Clubs zukommen, kann das eine gute, zusätzliche Einnahmequelle für die Clubs werden. Interessant sind natürlich auch die regionalen TV-Sender und die dritten Programme der ARD.

Wie ist der Stand in Sachen des geplanten Event-Games?

Wir möchten das Spiel erstmals 2016 austragen und sehen darin eine gute Möglichkeit, den Vermarktungsgedanken und das mediale Interesse an der Liga zu stärken. Auch wenn sich die Clubs zunächst stark an den Winter Games der DEL in den Fußball-Arenen orientieren, so wollen wir damit eigene Wege gehen und eine Reihe entwickeln, die sich einerseits am Besondern orientiert und andererseits flexibel bei der Umsetzung ist. Event Games können somit in Fußball-Stadien stattfinden, aber eben auch mitten in der Stadt, vor besonderen Kulissen und Landschaften. Hier wollen wir gar keine Vorgaben machen. Entscheidend ist, dass sich die Clubs mit diesen Projekten nicht übernehmen, wir aber auch Möglichkeiten finden, unseren wunderschönen Sport auch mal aus anderen Perspektiven zu präsentieren. Wir warten nun die Bewerbungsfrist ab, die bis zum 15. Mai läuft. Eine Entscheidung soll dann bis zum 30. Juni fallen.

Wie geht es nun in Sachen Lizenzierung weiter?

Im vergangenen Jahr haben wir die Lizenzierung der DEL2-Clubs umgestellt und an die DEL angepasst. Diesen Weg werden wir weiter verfolgen. Die notwendigen Unterlagen müssen bis zum 24. Mai eingereicht werden, danach erfolgt die Bewertung. Wir hoffen, dass wir bis Ende Juni damit durch sind, so dass der neue Spielplan bis spätestens Mitte Juli steht.

Zum Schluss ein Wort zum Fahrplan zur Verzahnung mit der DEL?

In Kürze treffen  sich die Aufsichtsräte beider Ligen und deren jeweilige Geschäftsführung, um das Konzept im Detail zu finalisieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir den ursprünglich avisierten Plan, eine Verzahnung in nun zwei bis vier Jahren zu schaffen, realisieren werden.

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