„Ich will offensives Eishockey spielen lassen“
Mit Trainer Andreas Brockmann (Foto: Jürgen Eichbauer) ist während der letzten Woche ein alter Bekannter für den scheidenden Jiri Ehrenberger hinter die Landshuter Bande zurückgekehrt. Brockmann war bereits 2007/2008 für die Dreihelmenstädter als Trainer aktiv und konnte seinem damaligen Arbeitgeber den Vizetitel in der zweithöchsten deutschen Spielklasse bescheren. Im Interview klärt der gebürtige Tölzer, der als Spieler fünf Meisterschaften mit der Düsseldorfer EG feierte, über die Ist-Situation in Landshut auf und gibt einen kleinen Einblick über kommende Aufgaben sowie Ziele.
Sie waren bereits 2007/2008 für die Geschicke am Gutenbergweg verantwortlich. Was hat sich seit dieser Zeit geändert?
Andreas Brockmann: „Die Mannschaft und die Vereinsführung haben sich natürlich schon verändert. Stadion, Kabine usw. sind nach wie vor unverändert (lacht). Die Zuschauer stehen nach wie vor wie ein Mann hinter ihrem Club. Ich kann mich noch gut an die Finalserie 2008 gegen die Kassel Huskies erinnern. Das war Euphorie pur. Der EVL hat nach wie vor die besten Fans der Liga.“
Nach Ihrer Station in Landshut waren Sie in der DEL sowie für den DEB tätig...
Brockmann: „Ich war dreieinhalb Jahre für Nürnberg in der DEL tätig. Dort konnte ich viel lernen und eine Menge positive Erfahrungen sammeln. Im Rahmen meiner letzten Tätigkeit beim Verband (Deutscher Eishockey Bund; Anm. d. Red.) durfte ich eine A-Weltmeisterschaft sowie kürzlich den Deutschland-Cup miterleben. Beim DEB konnte ich ebenfalls einige positiven Erfahrungen sammeln und von erfahrenen und gut ausgebildeten Kollegen lernen.“
Sie haben die Mannschaft von Meistertrainer Jiri Ehrenberger übernommen. Eine Bürde für Andreas Brockmann?
Brockmann: „Nein, ich sehe das absolut nicht als Bürde. Im Gegenteil. Ich bin in der glücklichen Situation eine erfolgreiche und gut eingestellte Mannschaft übernehmen zu können. Jiri hat hier hervorragende Arbeit geleistet und hatte viel Erfolg. Ich will den eingeschlagenen Weg des Clubs, mit jungen und talentierten sowie einheimischen Spielern zu arbeiten, weitergehen und mittragen.“
Wie stark schätzen Sie die DEL2 ein?
Brockmann: „Um ein aussagekräftiges Urteil abgeben zu können, habe ich bislang zu wenig Spiele gesehen. Geschenkt wird einem sicher nichts. Zudem präsentiert sich die Liga als sehr ausgeglichen. Im Grunde kann jeder jeden schlagen. Dies belegen spieltäglich die Ergebnisse.“
Welches Hockey wollen Sie spielen lassen?
Brockmann: „Ich will offensives Eishockey spielen lassen. Selbiges soll natürlich auf einer stabilen Defensive basieren und einem kontrollierten Aufbau zugrunde liegen. Wichtig ist, dass alle Rädchen ineinander greifen. Wir wollen als Einheit diszipliniert auftreten und damit den maximalen Erfolg haben.“
Die Fans strömen wieder verstärkt zu den Heimspielen am Gutenbergweg. Worauf ist diese Tatsache zurückzuführen?
Brockmann: „Es sind viele einheimische und auch junge Spieler im Kader. Das erhöht die Identifikation. Zudem erkennt es der Landshuter an, wenn kontinuierlich und erfolgreich gearbeitet wird. Die Rückkehr von den Cannibals zum EVL trägt sicherlich auch ihr Scherflein dazu bei. Generell bin ich ein Fan der Tradition. Damit hat man sicher auch den Nerv der Landshuter Anhänger getroffen. Rot-Weiß hat Tradition am Gutenbergweg. Diese wird nun wieder aktiv gelebt und nach außen getragen.“
Gemäß dem Motto „Landshuter für Landshut“ setzt man in Landshut nachhaltig auf junge, talentierte Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Besitzt hier der Standort Landshut ein Alleinstellungsmerkmal?
Brockmann: „Landshut zählt hier leider zu den wenigen Ausnahmen in Deutschland. Es sollte überall so sein, dass viel Wert auf die Nachwuchsarbeit gelegt wird und die Spieler nahezu nahtlos in den Herrenspielbetrieb eingegliedert werden. Der EVL nimmt gewissermaßen eine Vorbildfunktion in ganz Deutschland ein.“
Erwartungen an den weiteren Saisonverlauf?
Brockmann: „Wir haben keine großen Erwartungen, sondern wollen uns stetig verbessern. Insbesondere die jungen Spieler sollen sich Stück für Stück weiter entwickeln. Besser werden. Cleverer werden. Schneller werden. Sie sind die Spieler von morgen. Ihnen kann man gar nicht genug Aufmerksamkeit widmen. Was die Mannschaft betrifft, wollen wir eine gute Zwischenrunde absolvieren und in den Playoffs so weit wie möglich kommen.“