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Automatisches Ende von Strafzeiten nach zugesprochenen Toren

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Foto: City-Press | 30.03.2019
Eingetretener Sonderfall - Regelreferent des DEB klärt auf

Im Spiel der Löwen Frankfurt gegen die Eispiraten Crimmitschau gab es im dritten Drittel ein zugesprochenes Tor für die Frankfurter. Die Eispiraten hatten ihren Goalie vom Eis genommen und nach einem Foulspiel der Crimmitschauer an einem Löwen-Spieler wurde den Hessen korrekterweise ein Tor zugesprochen. Das verursachte Foul hätte normalerweise einen Penalty zur Folge gehabt. Aufgrund des leeren Tores gibt es allerdings keinen Strafschuss, sondern ein zugesprochenes Tor. Darauf folgend gab es eine Unklarheit, ob die auf Seiten der Eispiraten stehende kleine Strafe automatisch endet. Ein solcher Fall ist dabei nicht explizit im Regelwerk abgedeckt, weshalb sich der DEB-Regelreferent Gerhard Müller in dieser Woche mit diesem Thema beschäftigte.

Folgendes Ergebnis wurde mitgeteilt:

Wird dem Überzahlteam ein Tor zugesprochen, bringt das zugesprochene Tor eine laufende kleine Strafe/Bankstrafe des Unterzahlteams zu einem automatischen Ende.

Gründe:

Die Ausnahme, wonach ein Überzahltor eine laufende kleine Strafe des gegnerischen Teams nicht automatisch enden lässt, gilt nur dann, wenn das Tor aus einem Penaltyschuss resultiert. Eine weitere Ausnahme ist in der Regel nicht formuliert.

Nach dem Kontext der Regel ist ein zugesprochenes Tor nichts anderes als ein Tor, welches im laufenden Spiel erzielt wird. Im Vergleich zu anderen Toren aus dem laufenden Spiel hat es nur eine Besonderheit: Der Puck hat die Torlinie eigentlich gar nicht überquert.

Diese Spielsituation stellte einen Sonderfall dar, der diese Woche geprüft wurde. Im Regelwerk ist nicht beschrieben, welche Folgen ein zugesprochenes Tor gegen die in Unterzahl spielende Mannschaft hat. Es gibt nur die Beschreibung, was die Folgen eines Tores durch Penalty gegen die Unterzahl spielende Mannschaft hat, den es bei nicht leerem Tor auch gegeben hätte. Somit hat Regelreferent Müller sich der Thematik angenommen und eine Empfehlung ausgesprochen. Auf Grundlage der Empfehlung, die es im Vorfeld nicht gab, wurde in der Spielsituation leider nicht korrekt entschieden. Durch das zugesprochene Tor wäre der sogenannte Switch-Fall (gemäß Regel 111 Situation 3) eingetreten, das heißt,  für den ursprünglich angezeigten Regelverstoß (Penaltyschuss in einer Break-Away-Situation für Vergehen Haken) hätte nach dem zugesprochenen Tor, wie beim angezeigten Regelverstoß „Haken in einer Break-Away-Situation“ (der den Penaltyschuss zur Folge hat und vor dem Unterbruch ein gültiges Tor erzielt wird), eine kleine Strafe ausgesprochen werden müssen. Die erste laufende kleine Strafe von Crimmitschau (Stockschlag) wäre durch das Tor erloschen. Crimmitschau hätte 14 Sekunden im Fünf-gegen-Drei-Modus spielen müssen, anstelle des Fünf-gegen-Vier-Unterzahlspiels. Nach dem Erzielen des siebenten Tores von Frankfurt (34 Sekunden vor Spielende) hätte Crimmitschau wieder mit einem Fünf-gegen-Vier-Modus bis Spielende gespielt.




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