Von Herzblut getragen. Im Eishockey zuhause.

Zu viele Spieler auf dem Eis

/media/news/660/20211114_logo_teamstripes_del2.jpg
Foto: DEL2 / Team Stripes | 06.12.2021

Im Spiel der Löwen Frankfurt gegen die Bayreuth Tigers kam es in der Verlängerung zu einer Situation, dass ein vermeintlicher Treffer der Bayreuth Tigers nicht gegeben wurde.

Die Tor-Szene wurde intern ausgewertet und Folgendes festgestellt:

Anhand der Video-Aufzeichnung kann man erkennen, dass sich der Bayreuther Spieler mit der Trikotnummer 20, Ville Järveläinen, bereits nah der vorderen blauen Linie befindet und sich als Passempfänger anbietet, während der Bayreuther Spieler mit der Trikotnummer 89, Luke Pither, am hinteren Ende der Spielerbank das Eis verlässt.

Ein solcher Spielerwechsel muss nach dem Regelwerk innerhalb einer 1,50 Meter großen, imaginären Zone entlang der Spielerbank stattfinden. Findet der Wechsel, wie im Video (https://youtu.be/8VOltEuWS5A) zu sehen ist, außerhalb dieser Zone statt, liegt ein Verstoß gegen Regel 74.1. ZU VIELE SPIELER AUF DEM EIS vor:

Spieler können jederzeit während des Spiels von der Spielerbank aus eingewechselt werden, vorausgesetzt, der oder die Spieler, die das Eis verlassen, befinden sich innerhalb eines Abstands von 1,50 Meter zu ihrer Spielerbank und sind somit nicht mehr Teil des Spiels, bevor der Wechsel vorgenommen wird.

Zwischen dem Moment, als der Passempfänger den Puck entgegengenommen hat und es zum Torabschluss gekommen ist, sind etwa zwei Sekunden vergangen. Die Schiedsrichter müssten in dieser Zeit den Regelverstoß klar erkennen, um das Spiel sofort unterbrechen zu können. Sollte es Gründe dafür geben, die Entscheidung nicht sofort treffen zu können, so kommt es zur Anwendung der Regel 74.2.

Sollte ein Tor von der fehlbaren Mannschaft erzielt werden, bevor der Schiedsrichter oder der Linienrichter pfeift, um die kleine Bankstrafe zu verhängen, wird das Tor aberkannt und die Strafe für "zu viele Spieler auf dem Eis" ausgesprochen.

Die aufgeführten Regeln zeigen, dass die Schiedsrichter dem Regelwerk entsprechend richtig gehandelt haben. Der Ablauf erscheint sehr unglücklich und ist in der Verkettung der einzelnen Vorkommnisse im Nachgang wie folgt zu erklären:

Für die Entscheidung zu einem Verstoß „unkorrekter Wechsel“, folglich „zu viele Spieler auf dem Eis“, müssen sich die Schiedsrichter sehr sicher sein. Dies bedeutet, dass in der Regel vor dem Verstoß der Schiedsrichter, der die Szene als Erster auf dem Eis erkennt, die Anzahl der Spieler auf dem Eis nochmal und nochmal zählt oder sich einen Wechsel sich nochmals vor Augen führt und zu dem Ergebnis kommt, dass dieser Wechsel unkorrekt war.

Würde in einer solchen Break-Away-Situation die Unterbrechung des Schiedsrichters vorschnell stattfinden und danach wird festgestellt, dass dieser zu Unrecht das Spiel unterbrochen hat, dann wäre dies ebenso fatal, da der Schiedsrichter eine große Torchance verhindert hat.

Zur Situation in dem Spiel Frankfurt gegen Bayreuth:

Der Schiedsrichter am Tor hat nach einem Zögern das “Tor-Handzeichen“ gegeben. War sich aber zeitgleich sicher, dass hier etwas nicht korrekt war. Das “Tor-Handzeichen“ bedeutet in erster Linie dass sich der Puck im Tor befindet und nicht, dass ein korrektes Tor vorliegt.

Die Schiedsrichter kommen daraufhin zusammen und kommunizieren miteinander. Es wird angedeutet, dass sie den Videobeweis für die Frage, ob ein unkorrekter Wechsel stattgefunden hat, zur Hilfe nehmen wollen. Der Videobeweis ist bei dieser Entscheidung allerdings nicht zulässig. Das Zeichen “Videobeweis“ galt laut Aussage der Schiedsrichter für den Fall, dass man keinen unkorrekten Wechsel festgestellt hat und man das Tor an sich nochmals prüfen wollte.

Die Schiedsrichter haben die korrekte Entscheidung getroffen, dass ein unkorrekter Wechsel stattgefunden hat. Somit musste das darauffolgende Tor annulliert werden und es folgte eine Strafe gegen das verfehlende Team.

Die Schiedsrichter wurden in den letzten Meetings genau auf solche Spielerwechsel-Situationen vorbereitet, da in der Vergangenheit Spielerwechsel in dieser Form stattfanden.