Spiel der Woche: Effektiv und eiskalt - Landshuter Kantersieg in Memmingen
Landshut dank Doppelpacks von Gooch und Immo nicht zu stoppen.
Manchmal ist Angriff halt doch die beste Verteidigung… Der zuletzt defensiv anfällige EV Landshut zeigte beim Gastspiel bei den ECDC Memmingen Indians seine ganze Offensivkraft und feierte einen deutlichen 7:3-Auswärtssieg.
Nachdem die Niederbayern je fünf Gegentore in ihren vergangenen beiden Spielen hinnehmen mussten, zeigten sie sich bei ihrem ersten DEL2-Duell mit den Indians extrem effektiv und kaltschnäuzig – allen voran Trevor Gooch und Tor Immo, die mit je zwei Toren und einem Assist glänzten.
ECDC Memmingen IndiansMEM
EV LandshutEVL
Offene Visiere, effektive Landshuter
Beide Mannschaften kamen mit viel Offensivgeist aus der Kabine. Doch schnell wurde klar, dass die Angriffsmaschinerie der Landshuter an diesem Abend nur schwer zu stoppen sein würde. Bereits in der 4. Minute schlugen die Gäste in Person von Trevor Gooch zu, der einen Konter eiskalt abschloss.
Das 2:0 für Landshut fiel nach einem ähnlichen Muster. Erneut reagierten die Niederbayern blitzschnell im Umschaltspiel und schlossen souverän ab – dieses Mal in Person von Tobias Schwarz (11.).
Gegen Ende des 1. Drittels konnten die Gastgeber eine Überzahl nicht nutzen und sahen sich direkt im Anschluss ein weiteres Mal auf der falschen Seite des Torjubels. Keine 30 Sekunden nachdem die Strafe abgelaufen war, markierte Landshuts Topscorer David Elsner das 3:0 (19.). Dennoch waren es die Memminger, die mit dem berühmten Momentum in die erste Pause gingen. Denn 30 Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts verkürzte Nick Maul auf 1:3.
Gäste bauen Führung aus
Nutzen konnten die Indians diesen Rückenwind zu Beginn des Mitteldrittels allerdings nicht. Und nachdem die Landshuter die ersten Angriffe der Hausherren schadlos überstanden hatten, ließen sie ihre Torjäger wieder von der Leine. Und die trafen mit einem Doppelschlag. Gooch netzte zum 4:0 ein – sein zweiter Treffer des Abends. Der Jubel der mitgereisten EVL-Anhänger war kaum verklungen, da wurde es wieder laut im Gästeblock: Tor Immo macht seinem (Vor)Namen nur 47 Sekunden später mal wieder alle Ehre und es stand 5:0.
Das erste Mal in dieser Saison musste Aufsteiger Memmingen mit einem solch hohen Rückstand klarkommen. Und zumindest eines wurde deutlich: die Memminger würden nicht aufstecken. Und so belohnte Kevin Wall die Angriffsbemühungen der Gastgeber in der 36. Minute und verkürzte auf 2:5.
Indians geben nie auf
Die Geschichte des Schlussdrittels ist schnell erklärt. Landshut setzte verstärkt auf die Defensive und fuhr nur vereinzelte Konter. Memmingen fuhr eine Serie von wütenden Angriffen. Doch vergebens: Das dritte Tor wollte nicht fallen. Schlimmer noch: Landshut traf in der 54. Minute sogar noch in Unterzahl. Seonwoo Park machte das halbe Dutzend voll.
In der 56. Minute fand dann doch endlich einer der 20 Memminger Schüsse im 3. Drittel den Weg ins Tor. Markus Lillich traf zum 3:6. Den Schlusspunkt an diesem Abend setzten aber die Gäste aus Niederbayern: Immo traf in der 57. Minute ins leere Tor zum 7:3-Endstand.
„Seltsames Spiel“
Jamal Watson, Topscorer der Memminger, fand nach der Niederlage klare Worte: „Wir haben heute einfach zu viele Fehler gemacht. Wenn du so schnell 0:3 zurückliegst, wird es schwer. Wir haben hart gekämpft, aber heute einfach zu viele Fehler gemacht.“
Auch auf Landshuter Seite war man trotz des klaren Siegs nicht einhundertprozentig glücklich. „Wir wollten defensiv besser stehen, haben das aber nicht immer geschafft. Auch ich habe Fehler gemacht“, analysierte Doppeltorschütze Immo. „Es war ein seltsames Spiel. Es ging lange Zeit hin und her, aber wir waren einfach sehr effektiv.“
Am Ende waren die drei Punkte nicht nur wichtig für Landshut, sondern sie geben ihnen nach den Rückschlägen der vorherigen Spiele Rückenwind für die nächste Aufgabe. Am Freitag geht’s gegen Ravensburg. Memmingen bleibt derweil daheim und empfängt Bietigheim.